GENEPOOL mögen es nicht einfach. Der ständige Wechsel ist steter Bestandteil. Sie sind eines dieser Popphänomene, die nicht in die üblichen Kategorien einzuordnen sind. Keine Band in dem Sinn, dass sich vier Freunde im Keller treffen und Songs schreiben. Auch kein OneMan – Projekt. Der Bandname ist ein Statement und gibt die Richtung vor.

Seit 2001 finden Musiker unabhängig ihrer örtlichen und musikalischen Herkunft den Weg in diesen GENEPOOL. Paco, Thilo und Guido (Ex-SCUMBUCKET, Ken, Intern.Friendship Society) bilden das kreative Zentrum. Jack Letten (Fame of SMOKE BLOW) ist so etwas wie die (schwarze) Seele und letztendlich nimmt sogar das bluBox Studio irgendwie den Platz ein festen Bandmitgliedes ein, denn hier kommt alles zusammen und hier entsteht GENEPOOL. Ein Studioprojekt ähnlich den Desert Sessions vielleicht, aber dann doch wieder weitaus mehr Band und strukturierter – und anders. GENEPOOL mögen es eben nicht einfach.

SENDUNG /SIGNALE steht für kalte, dunkle Popsongs und große Melodien. Das Album ist Tanzflur-verdächtiger, reduzierter Pop. Immer mehr Elektronik steht dem Wave, Punk und Pop gegenüber. Ein Album, das in nächtlichen Studiosessions entstand und genau diese Stimmung in die Songs herüberträgt.
Weiterhin gibt es GENEPOOL – typisch pophistorische Grabräuberei und Verweise in die verschiedensten Richtungen. Hier kommen Kraftwerk, PVC, Killing Joke, Sisters Of Mercy, Wipers oder Bauhaus zu Wort. Hier hört man den kontinentalen und – vorsichtig ausgedrückt – sehr deutschen Gegenentwurf zu dem, was seit Monaten von der Insel in Journalistenbücher diktiert wird,… kein weiterer Britpop-Ripoff, sondern eine selbstbewusste Kampfansage.

Im Gegensatz zum Vorgänger-Album strahlt SENDUNG/SIGNALE noch mehr von dieser faszinierend düsteren und kalten Atmosphäre aus und zeigt Popmusik in Warhol´schen Vorstellungen. Repetitiv und kalkuliert. Zitatbesessen. Immer noch mit diesem typisch wiedererkennbarem Sound und doch weit von dem entfernt, was noch „Everything Goes in Cicles“ ausmachte. SENDUNG/SIGNALE ist ein großer Schritt mit großem Risiko geworden.

Auf die Bühne übertragen ist GENEPOOL ein dunkel nebulöses Punkrock-Manifest voller Glamour und Energie – Und vor allem eine Band! Mit Jack Letten hat man einen Sänger und Frontmann der Extraklasse. Die Band ist tight, rockt und lässt ihre hymnenhaften Songs größer werden. Eine Qualität, die sich seit dem Debut-Album scheinbar herumgesprochen hat, denn immer vollere Clubs und eine Verkaufshistorie, die heutzutage äußerst ungewöhnlich ist, zeugen von dem Status der Band fernab von den üblichen Mechanismen. Und mit SENDUNG / SIGNALE steht man erst am Anfang.

promo@weirdworld