Das offizielle 45er-Label von Seeed ist schon von Anbeginn ihrer Karriere Germaican Records. Fast 6 Jahre gibt es nun das Leipziger Label, doch die Wurzeln reichen viel weiter zurück.

Anfang der Achtziger entdeckten Pionear alias Leander Topp und sein Cousin Thomas Topp ihre Liebe zum Reggae und beschlossen zusammen Musik zu machen. 1989, also fast zehn Jahre später, hatte man sich zur Ska-Band Messer Banzani formiert. Tendenz Reggae.

Piere Baigorry aka Enuff (Seeed) & Pionear (Germaican Records) im Musicworks Studio in Kingston/Jamaica
Photo: © 2005 germaica.net

Pionear: “1993 supporteten wir die Reggae Super Jam Tour in Deutschland, auf der wir Dean Fraser (jamaicanische Produzenten- und Saxophonlegende) kennenlernten. 1996 wurde ich dann von ihm nach Jamaica eingeladen, spielte ihm dort unsere Demos vor und er erklärte sich bereit unser nächstes Album (das 4te “Language“ zu produzieren). 1997 nahmen Tom und ich dann in Kingston u.a. mit Sly Dunbar und der Firehouse Crew auf. Da das Album floppte und wir danach pleite waren, ging ich 1998 nach Jamaica, weil ich in Deutschland keine Zukunft für meine Visionen sah. In Jamaica arbeitete ich für verschiedene Produzenten, oder z. B. für Jimmy Cliff. 1999 veröffentlichte dann King Jaymmys (der Erfinder des “digitalen” Reggae) meinen ersten Riddim “Final Judgement“, der als Import auch nach Deutschland kam. Das Echo hier überstieg alle Erwartungen, und so nahm die Idee Gestalt an ein Dancehall-Label in Deutschland zu gründen. Im Herbst 1999 kam dann das letzte Messer Banzani Album (“Final Judgement“) heraus und wir spielten nach über 6oo Live-Gigs, 5 Longplayern und jeder Menge Singlereleases unsere Abschlusstournee. Seitdem bauen wir das Label auf, dessen Philosophie es zum einen ist, durch die Zusammenarbeit mit Jamaican Artistes, die Dancehallkultur original in Deutschland zu repräsentieren. Zum anderen wollen wir aber auch jungen deutschen Künstlern die Möglichkeit geben auf 45’s zu veröffentlichen, und somit eine musikalische Brücke zwischen den beiden Ländern zu schlagen.“

Aha!Der Name ist also Programm. Seither wird fleißig produziert. Das germaicanische Produzententeam um Pionear brachte solch erfolgreiche Riddims wie: Cure, Bitch, Pharaoh, Messer Banzani und nicht zu vergessen, den Seeed Riddim Doctor’s Darling auf den Markt. Der Tune “It’s A Pity” von Tanya Stephens, eben auf jenem Doctor’s Darling Riddim, war auch der erste jemals in Deutschland produzierte Track der es auf “Reggae Gold”, die wichtigste Reggae Compilation weltweit, schaffte und bedeutete den internationalen Durchbruch für das Label. Bisher sind auf Germaican Records 12 Riddims mit über 70 Singles und 6 Labelcompilations erschienen, und längst tanzt man nicht mehr nur in Deutschland, sondern auf allen 5 Kontinenten zu Leipziger Produktionen…

Den Rodeo Riddim, die neueste Co-Produktion von Germaican und Seeed, könnt ihr hier bereits exclusiv vor der offiziellen Veröffentlichung Ende August auf germaica.net hören.