Was gibt es rebellischeres? Münster. Post Punk. Drei Jungs, die sich nach einem Bruce Springsteen-Song benennen. Ja, Ghost Of Tom Joad geben sich gerne mal anti. Fragt man Henrik Roger, Jens Mehring und Christoph Schneider, was ihre Musik ausmacht, lassen sie die Rotzlöffel raushängen: „Angepisst, Minimalistisch, Freundschaft.“ Zumindest das letzte Schlagwort lässt durchblitzen, worum es sich bei den Möchtegern-Rebellen wirklich handelt: „Wenn das Wichtigste ist, zu bumsen und zu tanzen, dann sind wir gerne Langweiler und sitzen zuhause und hören Platten.“ In ihrer Freizeit gehen sie dann Garten-Gewächse gießen bei Familie Schneider. Drummer Christoph und seine Kumpanen hüten auch mal das Haus, wenn Mama und Papa in den Urlaub fahren.

Hauptberuflich haben sich die Mannen natürlich dem Dichten, Komponieren und Musizieren verschrieben. Das können sie und deswegen geht es auch fix, bis nach gerade mal einem Jahr die 2007er EP „Is This What You Call A Fronterlebnis?“ (auch das klingt rebellischer als es ist) in den Läden steht. Dann wird erstmal kräftig rumgetourt, damit man so grandiose Bands wie Mando Diao, Maximo Park, Kettcar und Muff Potter auf seine Haben-Wir-Mit-Gespielt-Liste schreiben kann. Dennis Schneider, Gitarrist der letztgenannten minimal erfolgreichen Combo, managt und produziert die Newcomer.

Mittlerweile ist neben dem Fronterlebnis auch das Full-Length-Album „No Sleep Until Ostkreuz“ auf dem Markt. Das klingt nach eigener Aussage der Macher „wie Ärger mit den Eltern und ist beeinflusst von schlechten Bands, schlechten Partys und Vollidioten.“ Ach Jungs, wenn Punk ist, was ihr macht, dann klingt es ganz schön nach exzellentem Indie-Pop.

Ghost Of Tom Joad sind:

Henrik Roger – Gesang, Gitarre
Jens Mehring – Gesang, Bass
Christoph Schneider – Gesang, Drums

Jennifer Beck