Es gibt bekanntermaßen zwei Sammelleidenschaften die nahezu alle Goldkettchen-Rapper verbinden. Dennis Coles alias Ghostface Killah hat sowohl an Pseudonymen als auch Kollaborationen eine Menge im Trophäen-Schrank gebunkert. Auf geschlagene zwölf Namen bringt es der Mann, der zu Beginn seiner Karriere ausschließlich mit Maske in Videos herumpöbelt, weil er Angst vor den New Yorker Bullen hat.

Berechtigterweise möchte man angesichts der Tatsache meinen, dass der Big-Apple-Rapper von Kindesbeinen an das Strafgesetzbuch rauf und runter rüpelt. Vorübergehenden Unterschlupf findet Coles bei seinem Verwandten und musiklalischen Ziehvater RZA, der ihn bekanntermaßen ab 1993 in den berühmt-berüchtigten Wu-Tang Clan aufnimmt. 1996 haut Ghostface seine erste Soloplatte „Ironman“ auf den Markt und klettert prompt auf Platz Zwei der US-Billboard-Charts.

Bis 1998 wehrt das maskierte Dasein als namenlose Lichtgestalt. Dann wandert Coles vorübergehend für einen früheren Banküberfall ins Kittchen. Hinzu kommen die gesundheitsgefährdenden Gewichtsprobleme, die der Diabetiker von Geburt an mit sich rumschleppt. Es folgt eine Abspeck-Kur mithilfe chinesischer Heilpraktiken und als Beinah-Erschlankter widmet sich der New Yorker erneut musikalischen Projekten, perfektioniert den Rap in Überschallgeschwindigkeit und produziert bis zum Erfolgsalbum „Fishscale“ im März 2006 vier weitere Platten.

Die Kollaborationssammlung wird in der Zwischenzeit um Missy Elliot, Jadakiss, Ne-Yo und Trife aufgestockt. Auch bei Aufnahmen von Mobb Deep, De La Soul und Busta Rhymes hat Coles seine Rüpel-Finger im Spiel. Noch im gleichen Jahr erscheint Platte Numero Sieben unter dem bezeichnenden Titel „More Fish“, die wenig überraschend zum größten Teil nicht verwendetes Material des Vorgänger-Albums enthält.

Zwischen Aufnahmen mit dem Clan, Soloprojekten, Kollaborations-Wirr-Warr und Polizei-Querelen engagiert sich der Rapper (diesmal ganz legal) im Kampf gegen Raubkopien. Über Myspace ruft er seine Fans auf, ausschließlich Original-CDs zu kaufen und sie als Beweismaterial auf die Konzerte mitzubringen. Nebenbei produziert er Platten im Akkord, bevor im März 2008 der bis dato letzte Longplayer, eine Sammlung seltener und Non-Album-Tracks, über sein eigenes Label in die Plattenläden kommt. Fortsetzung, soviel ist mal sicher, folgt.

Alben:
1996: Ironman
2000: Supreme Clientele
2001: Bulletproof Wallets
2003: Shaolins Finest
2004: The Pretty Toney Album
2006: Fishscale
2006: More Fish
2007: Hidden Darts
2007: The Big Doe Rehab
2008: The Wallabee Champ

Pseudonyme:

Ghostface Killah
Ghostface
Ironman
Tony Stark
Pretty Toney
Tone-Tanna
Captain America
Pretty Starks
Wally Champ
Faceless
Ghost Deini
G-Deini

Jennifer Beck