Der Werdegang dieser Band liest sich alles andere als die üblichen, am Reißbrett entworfenen Imageblaupausen!

Gegründet 1998 veröffentlicht die Band zwar noch im gleichen Jahr das selbstbetitelte Debüt, hat dann aber schon kurz darauf an den Folgen einer Label Pleite schwer zu knabbern. Auch mit ihrem zweiten Album “Clubtown” (Acid Jazz) verlief alles irgendwie anders als gewöhnlich! Galten die Bremer Rocker anno 2002 hierzulande noch als Geheimtipp, so wird der Song ‘Sundays’ vom NME bereits damals in den Stand der ‘Single Of The Week’ erhoben. 2004 schlägt ihnen dann zwar endlich auch hierzulande das gebührende Quäntchen Anerkennung und Erfolg, trotzdem gab es laut Schlagzeuger Gunnar auch hier wieder einige Überraschungen: “Vor allem überrascht hat mich der Erfolg von ‘The Maker’ auf dem japanischen Markt! Bevor wir davon überhaupt erfahren haben, hat sich die Platte dort schon zu tausenden verkauft.”

Zwei Jahre später steht mit ‘Favourite Enemy’ nun der jüngste Spross in den Regalen und überrascht durch einige Veränderungen. Der Sound der Band hat sich klar weiterentwickelt, weg vom puristischen Sixties-Korsett hin zu äußerst vielseitigen Rock’n’Roll-Smashern, die nicht nur durch den durchdachten Einsatz von Handwerk und Effekten ordentlich ins Tanzbein schießen. Für Gunnar dennoch eine Entwicklung, die man als Band nur schwer steuern kann: “Wir waren alle selber überrascht, wie wenig Hammond-Orgel auf ‘Favourite Enemy’ dann tatsächlich vertreten ist. So etwas kann man aber nicht planen. Unser Organist stellte sich im Laufe der Zeit einfach als wahrer Multi-Instrumentalist heraus. Er ist nicht nur ein nahezu perfekter Gitarrist, sondern hat auch die Gabe, mit Synthies einiges zaubern zu können. Wahrscheinlich war diese Verschiebung hauptverantwortlich für die vollzogene Entwicklung.”

Dabei stört es die Band zum Glück kein bisschen, dass sich Puristen an derartigen Veränderungen eventuell stören könnten: “Davor habe ich keine Angst. Man kann ja nicht ewig ein und dasselbe Album wiederholen. Hätten wir jetzt eine Neuauflage von ‘The Maker’ aufgenommen, wäre das einfach langweilig!”
Recht hat er. Denn auch wenn sich das Klangbild etwas veränderte, hat die Band nach wie vor einen hohen Wieder erkennungswert inne. Gleich zu Beginn der Platte stellen Songs wie ‘Attitudes In Stereo’ und ‘Favourite Enemy’ die Weichen für alles was folgt: nämlich 13 Stücke die – mit Ausnahme des etwas schwächeren ‘Outside’ – allesamt eines gemeinsam haben: Das Zeug zum Clubhit! Gute Band, gute Songs, gute Platte! Was sollte einem ordentlichen Live Erlebnis da noch im Wege stehen!? In diesem Sinne…..Be there or be square!

Text: Benedikt Dominik