Man schreibt das Jahr 1996 in Portland, Oregon, und das Haustier hat Hunger. Es handelt sich um den Hasen von Ida No. Karotten müssen ran. Schnell in den Lebensmittel-Laden und siehe da- man befindet sich plötzlich mitten in einem Gespräch über Andy Warhol und Synthesizer mit dem netten Verkäufer Johnny Jewel. Die Sympathie ist von Anfang an vorhanden und als Johnnys Freundin ihn nur eine Woche später verlässt, ziehen beide zusammen in eine Wohnung. Man beginnt gemeinsam zu musizieren, die Jahre ziehen ins Land und plötzlich läuft im Jewel`schen Plattenspieler „Radio Activity“ von Kraftwerk in Dauerschleife. Auf dem Nachhauseweg von Arbeit fällt Ida ein Bass im heimischen Instrumentenladen ins Auge, der wie für Johnny gemacht zu sein scheint. 50 Dollar und einen überraschten Mitbewohner später, sitzt man zusammen und schreibt noch in derselben Nacht die erste Single „Brittle Women“, die 1999 veröffentlicht wird. Es folgen einige 7“- Platten auf Troubleman Unlimited Records, bevor erst 2003 ihr Debüt-Album „Love, Love, Love“ veröffentlicht wird. Zwischenzeitlich ist Johnny außerdem damit beschäftigt das Album der Chromatics zu produzieren und als 2004 deren Ende nahe zu sein scheint, springt er kurzfristig unterstützend ein. Noch im selben Jahr erscheint eine weitere Glass Candy EP „Life After Sundown“, gefolgt von „Iko Iko“ 2005. Die bisher ständig wechselnden Drummer werden schließlich ganz weggelassen und auf die Zwei-Frau-/Mann-Konstellation mit rein analogen Geräten gesetzt. 2007 erscheint schließlich die „I always say yes“ EP auf Troubleman Records, bevor die beiden Ende des Jahres „B/E/A/T/BO/X“ auf dem Major-Label Italians Do It Better veröffentlich. Disko-Songs, die vorwiegend Ida Nos Gesang in den Mittelpunkt rücken und nicht nur so klingen wie Rollschuh-Bahn mit Freitag-Abend-Sause, sondern perfekt dazu passen würden.

Glass Candy sind:
Ida No
Johnny Jewel

Vivien Mierzkalla