Ende 2008 verkünden Blur ihre Reunion – mit dabei: Graham Coxon. Eine nette Überraschung, doch bis dahin war es ein weiter Weg. Als Gitarrist von Blur wird er bekannt, ist ganz oben dabei in einer der erfolgreichsten Bands der Neunziger, aber selten glücklich damit.

1997 geht er allein ins Studio, um sein erstes Soloalbum “The Sky Is Too High” aufzunehmen. Was Hörer darauf finden, hat so gar nichts mit den gewohnten Blur-Klängen gemein: Das auf von Coxon eigens gegründetem Label Transcopic veröffentlichte und fast ausschließlich aus Akustikstücken bestehenden Debüt beweist vor allem seine Freude am Experimentieren. Diese behält er auch auf seinen folgenden Werken bei. 2000 erscheint sein mittlerweile viertes Album “The Kiss Of The Morning”, auf dem er sich, ganz nach amerikanischem Vorbild, dem Blues hingibt. Musikalisch hat er sich schon längst vom Brit-Pop entfernt.

Das hat schwerwiegende Konsequenzen für seine Zusammenarbeit mit Blur, die im selben Jahr nach einer längeren Auszeit wieder gemeinsam ins Studio gehen: Bei den Aufnahmen zu “Think Thank” kommt es zu, wie es später heißen wird, “künstlerischen Differenzen” und Coxon verlässt die Band. Das Album wird ohne den Gitarristen fertig gestellt.

Unbeirrt arbeitet dieser fortan an seiner Solokarriere weiter. 2004 veröffentlicht er “Happiness In Magazines”, 2006 folgt “Love Travels At Illegal Speeds”. 2009 erscheint dann “The Spinning Top”.

In der Zwischenzeit scheint Coxon seinen Frieden mit Blur gemacht zu haben. 2009 berichtet die Band von neuen Aufnahmen und einer geplanten Tour. Coxon wird als Gitarrist dabei sein, wohl wissend, dass er sich mittlerweile mit seinen eigenen Vorstellungen von Kreativität einen Namen gemacht hat.