Hallam Foe – This Is My Story ist ein wunderschöner Film, der am 30. August in die deutschen Kinos kommen wird. Eine Hommage an die Stadt Edinburgh, ein verträumt-skurriles, auf Zelluloid gebanntes Stück Kunst. Wir haben 3 Exemplare des Soundtracks für euch besorgt, die wir hier verlosen, denn die Musik steht den Eigenschaften der Bilder in Nichts nach. Einen Silbernen Bären hat der Soundtrack auf der Berlinale schon gewonnen, kein Wunder, kommt er doch komplett von der Domino Recording Company.

Trailer zum Film

Regisseur David Mackenzie erzählt federleicht die fast magische Geschichte einer berührenden Reise, auf dem die Spinnerei und Unkonventionalität ständige freundschaftliche Begleiter sind. Eine Steilvorlage für das facettenreiche, künstlerisch Anspruchsvolle Label aus Großbritannien. Wie schön das ist, manchmal passt einfach alles zusammen, wie in diesem Fall Film und Soundtrack. Denn er ergänzt, untermalt und vertieft den Film einfach perfekt.

Hallam Foe – gespielt von Jamie Bell („Billy Elliot“) – ist ein seltsamer Kauz: stundenlang beobachtet er die Menschen in seiner Umgebung voller Neugier und Leidenschaft, egal ob Nachbarn, Liebespaare oder den eigenen Vater. Schnell wird klar: er ist ein einsamer, in sich ruhender junger Mann. Ganz diese merkwürdige britische Traurigkeit ausdrückend (die trotzdem nicht traurig ist), die Edwyn Collins’ Orange Juice mit ‘Blue Boy’ so gut im Opener beschreiben. Der voyeristische Hallam schaut lieber anderen beim Leben zu, als sein eigenes zu führen, flüchtet aus der Realität und übt sich im stillen Beobachten. Als hätten die Domino-Neulinge U.N.P.O.C. und King Creosote ihn im Kopf gehabt, als sie ihre melancholischen ruhigen Lo-Fi-Folknummern schrieben und mit viel emotionalen Singalongs würzten.

Aufgrund seiner Beobachtungen glaubt er, seine Stiefmutter sei für den Tod seiner Mutter verantwortlich und sucht nach Beweisen hierfür. Eine Suche nach Wahrheit beginnt, die den 17-jährigen nach Edinburgh verschlägt. Eine Suche nach Wahrheit, die die Franz Ferdinand-Lieblinge Sons And Doughters in ‘Broken Bones’ musikalisch auch betreiben, mit ihrem stilvollen Kolorit aus Minimalismus, Bluesrock, Indiegeschrammel und Hillbilly-Anleihen. Allein und ohne Geld entdeckt Hallam die Dächer der Großstadt für sich, wo er weiter ungestört seiner Lebenspassion nachgehen kann und auf denen man wunderbar den Tönen von Junior Boys‘ ‘Double Shadow’ lauschen könnte.

Natürlich, denn sie gehört zum Leben, zum Erwachsen werden dazu, entdeckt er die Liebe auf jenen Großstadtdächern. Die attraktive Kate lässt ihm keine Ruhe. Sie arbeitet in einem Hotel als Personalchefin, er springt endlich über seinen Schatten, spricht sie an und überredet sie erfolgreich, ihm einen Job als Tellerwäscher zu geben. ‘Hallam Foe Dandelion Blow’, wie der akustische, dahinwehende Titeltrack des Domino-Zugpferdes Franz Ferdinand wirkt auch der junge Foe, wenn er verträumt tagsüber in der Luxushotelküche versucht seiner heimlichen Liebe näher zu kommen und nachts die Menschen seiner Umgebung beobachtet. Nachts der König der Dächer, tags der Tellerwäscher. Die artpunkiesken Tausendsassa von Clinic und anschließend das verschrobene Soundgetüftel mit Dub- und Raggae-Anleihen von Future Pilot AKA könnten diesen Gegensatz nicht besser verkörpern.

Und überhaupt: Edinburgh! Was für eine Liebeserklärung an sie, was für eine Hommage. PSAPP fangen ihre seltsamen Geräusche sicherlich auch auf den Straßen von Edinburgh auf, für ihre unkonventionellen Kleinoden wie ‘Tricycle’. Er wird sie tatsächlich lieben lernen, seine Kate. Und doch lauern Gefahren und Fehler überall. Wie im wirklichen Leben.

Die Verlosung ist leider schon zu Ende. Die Soundtracks wurden bereits an die Gewinner rausgeschickt!

Linktipps
»Soundtrack auf MySpace anhören
»offizielle deutsche Seite zum Film
»offizielle MySpace-Seite zum Film

Text: Mauricio Quinones
Bilder © 2007 PROKINO Filmverleih GmbH