Hatebreed – heutzutage das Aushänge in punkte Hardcore und wilden Mosh-Pits. Doch das kam nicht von ungefähr. Auch wenn die Jungs, rund um den charismatischen Sänger Jamey Jasta, noch immer wie eine tollwütige Nachbarschaftsband aussehen, so haben sie schon einige Jährchen auf dem Buckel. Genauer gesagt, bereits 15! Jamey Jasta gründet 1993 mit seinen Freunden Dave Russo, Larry Dwyer, and Chris Beattie in New Haven, Connecticut die Band Hatebreed. Die Absicht ist klar: Man wolle zurück zum echten Hardcore, zu seinen Punk-Wurzeln. In der Tradition von Napalm Death prügeln sie Songs ein, die selten die 30 Sekunden Marke überschreiten. Mit diversen Demos und mächtigen Live-Auftritten macht man sich in der Szene schnell einen Namen.

Das taktvolle Gebolze klingelt auch den Plattenbossen in den Ohren. Victory Records schnappen sich die Jungs und schieben zunächst die EP „Under The Knife“ auf den Markt. Die Scheibe verkauft sich prächtig, so prächtig, dass sich die Plattenfirma im Jahr 2000 es sich nicht nehmen lässt, das Teil mit einigen Bonus-Material erneut zu veröffentlich. Bevor es aber zu der 2 vor den drei Nullen kommt, passiert noch einiges. 1997 erscheint das Debüt „Satisfaction Is the Death Of A Desire“ – es sollte das meistgekaufte Debüt in der Labelgeschichte werden. Der Sound hat sich weiterentwickelt. Auf Grund der Libelingsband der Mitglieder, wie Slayer oder Celtic Frost nicht weiter verwunderlich, dass sich der Metal-Anteil erhöht. Auch trauen sich die Jungs endlich auch längere Songs in Repertoire aufzunehmen. Doch ihre Fans ziehen mit und feiern die Amerikaner weltweit.

Der Flughafen wird das zweite Zuhause denn sie sind über Jahre hinweg fast ausschließlich auf Tour. Der Erfolg ist groß und Victory Records anscheinend zu klein. Hatebreed wechseln zum Major Label Universal und müssen richtig Dreck fressen. Viele Fans werfen ihnen den Ausverkauf vor. Doch es kommt alles anders. Ganze fünf Jahre nach dem Debüt erscheint „Perseverance“ (2002). Eine Ur-Gewalt, die allen Ausverkaufsvorwürfen einen deftigen Schlag verpasst. Gnadenloses Gebolze auf allerhöchstem Niveau lässt die Fans wieder ruhig schlafen. Sogar Slayers Saitenhexer Kerry King steuert ein Solo bei. Von dem eigenen Resultat offenbar begeistert, folgt ein Jahr später gleich der nächste Brocken. „The Rise Of Brutality“ (2003). Erneut legen sie ein Mörderbrett auf den Tisch, an dem sich so manche alte Hasen die Zähne ausbeißen.

Slayer müssen sich auf der folgenden Tour warm anziehen, um nicht als alterschwache Metal-Senioren abgestempelt zu werden. Überhaupt geht es in den folgenden Jahren rund um die Welt. Hatebreed spielen eine Bühne nach der nächsten in Schutt und Asche. Doch das Schicksal meint es in den Jahren nicht immer gut mit ihnen. Neben diversen krankheitsbedingten Absagen und diversen Einreiseproblemen, stirbt ihr Manager Steve Richards an einem Hirntumor.

Im Februar 2005 scheint die Sonne aber wieder etwas heller. Denn trotz harter Konkurrenz (Cradle Of Filth, Killswitch Engage, Motörhead und Slipknot) können sie sich bei den Grammy-Awards durchsetzen und für „Live For This“ den Preis für die beste Live-Performance einer Metal-Band abholen. Doch jeder Erfolg hat seinen Preis. Neben dem Grammy auch Leere, Ausgebranntheit. Jamey Jasta spielt auf dem Zahnfleisch und denkt darüber nach, die Band zu verlassen. Doch die Band und vor allem die Fans können ihn wieder motivieren und zurück in die Spur bringen.

Vielleicht benötigt der gute Mann auch nur einfach mal einen Tapetenwechsel. Universal ist Geschichte, man zieht um zu Roadrunner Records. Mit „Supremacy“ erfolgt 2006 der vierte Streich. Auch wenn sich der Anteil an modernen Metal-Core-Strukturen leicht erhöht hat, gelingt es ihnen, ihren Die-Hard-Fans genau das zu geben, was sie verlangen: voll auf die 12!

Doch erneut trifft das Schicksal die Band schwer. Ihr ehemaliger Gitarrist Lou “Bolder“ Richards, für die Gitarrenarbeit an den ersten beiden Alben verantwortlich, nimmt sich im September 2006 das Leben.

Derweil hat sich Jamey Jasta von seinen persönlichen Problemen erholt. Er moderiert nebenbei die MTV 2 Show „Headbangers Ball“ und leitet mit Stillborns Records eine eigene Plattenfirma. 2007 ist man wieder auf Tour, u.a. spielt man auch auf dem With Full Force Festival in Deutschland. Im Jahr 2008 erscheint die erste Live-DVD der Band und im Sommer werden Hatebreed erneut die Festivalbühnen (u.a. Wacken Open Air) stürmen, um den Fans den Moshpit ihres Lebens zu verabreichen. Blaue Flecke garantiert!

Hatebreed sind:
Jamey Jasta – Gesang
Sean Martin – Gitarre
Frank „3 Gun“ Novinec – Gitarre
Chris Beattie –  Bass
Matt Byrne – Schlagzeug

Enrico Ahlig