Heckert Empire – Das deutsche Dancehall-Konglomerat

Ausnahmezustand in deutschen Tanzhallen! Treibende Beats donnern aus den Boxentürmen, Mädels in schrillen Outfits vollführen halsbrecherische Moves, der Rest springt ausgelassen durch die Gegend und grölt: „Dancehall die ganze Nacht, heute wird durchgemacht!“ Was ist denn hier los? Heckert Empire sind im Haus!!!

Angeführt wird die Leipziger Crew von Ronny Trettmann, der seit 2006 mit aberwitzigen Texten die deutsche Reggaelandschaft aufmischt und 2008 und 2009 von den Lesern des Reggaemagazins RIDDIM zum beliebtesten nationalen Künstler gewählt wurde. Vor zwei Jahren gründete er das Künstlerkollektiv und Label Heckert Empire, der Name entstand in Anlehnung an das Plattenbaugebiet, in dem er seine Jugend verbrachte.

Ihm zur Seite steht der aus Berlin stammende Sänger und Produzent Ranking Smo, Sohn von Matthias Schramm, dem Bassisten der DDR-Kultband Silly. Gemeinsam mit den Formationen Rotfront und dem A-Team sammelte er bereits erste Live- und Studioerfahrungen und rockt nun solo oder mit den Heckert-Mitstreitern deutsche Bühnen.

Last but not least steht an den Turntables das dritte Kernmitglied von Heckert Empire: Der DJ, Grafiker und Videoproduzent Kid Gringo. Im Hintergrund stellt er sicher, dass während des Auftritts alles rund läuft und gibt den Liveshows mit seinen energiegeladenen Sets den passenden Rahmen.

Wenn die drei nicht gerade das Publikum im gesamten deutschsprachigen Raum begeistern, veranstalten sie am 4. Freitag im Monat eine Party mit wechselnden Gästen im Leipziger Club Distillery oder schrauben im Smotown Studio an den neuesten Hits.

Weiterhin arbeiten sie mit Produzenten aus aller Welt zusammen, als da wären Bassrunner aus Wien, SoulForce aus Krefeld, der Hamburger Jr. Blender oder die Neuseeländer High Stakes.

Reggae und Dancehall bilden dabei die Grundlage des Heckert-Sounds, doch mit einer bloßen Kopie des jamaikanischen Originals will man sich nicht zufrieden geben. Die karibischen Rhythmen treffen auf clevere deutsche Texte mit „Schnauze“, die mal lustig („Raven“), mal nachdenklich („Großvater“) sein können, aber immer pointiert die eigene Lebenswirklichkeit reflektieren. Ergänzt durch synthetische Hip Hop-Beats, eingängige Pop-Melodien und technoide Klänge entwickelte sich so ein genreübergreifender Sound am Puls der Zeit, der nicht nur hierzulande seinesgleichen sucht.

Zurzeit arbeiten die Leipziger daran, diesen Sound in Albumlänge zu manifestieren und nach der Veröffentlichung des Longplayers wird eine Tour mit einer speziell dafür zusammengestellten Band folgen. Langfristig will man neue Künstler fördern und so mit allen Partnern das Heckert Empire-Netzwerk immer weiter ausbauen.

Text: Labelseite