Am 4.11. startet „Status Yo!“ – der ultimative deutsche HipHop-Film

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„Ich lebe für Hip Hop“, rappten vor ein paar Jahren DJ Tomekk und Freunde, und auch wenn man ihnen nicht widersprechen wollte, wusste man doch nicht ganz genau, was sie wohl damit meinen. Regisseur Till Hastreiter, der selbst die Achtzigern mit Breakdance und Scratchen verbracht hat, zeigt nun mit „Status Yo!“, wie das Lebensgefühl HipHop tatsächlich aussieht. Gedreht hat er den Spielfilm in Berlin, wo es seit Jahren nicht nur die „troy“ste, sondern mittlerweile auch lebendigste Hip Hop-Szene gibt.

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Mehrere Geschichten werden parallel und lose miteinander verknüpft erzählt, und verschiedene Protagonisten über 24 Stunden begleitet. Yaneq und Jamie haben nur einen Tag Zeit, um die fetteste Party des Jahres auf die Beine zu stellen, während Sascha sich mit seiner Freundin Yesmin streitet, die von ihrem Vater in der Türkei verheiratet werden soll. Rapper Sera Finale verliert am gleichen Tag seinen Job und seine Wohnung, und bleibt trotzdem erstaunlich locker. Ganz im Gegensatz zu Vern, der seiner Breakdance-Truppe 5Amox einen Auftritt versprochen hat und sich mit Video-Produzenten rumärgern muss. Und dann ist da noch Jan alias DJ Quest, der endlich seinen Vater kennen lernen will, und Dany, der für das ultimative Graffiti die weiße S-Bahn sucht.

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Die Jungs kiffen schon mal im Cadillac in der Waschanlage, aber die üblichen Gangster- und Titten-Klischees, die sonst meist für Hip Hop-Bilder herhalten müssen, sucht man in „Status Yo!“ vergeblich. Es geht Hastreiter schließlich um das wahre Leben, und dazu gehören neben Partyspaß eben auch die ganz normalen Alltagssorgen. Vielleicht hätte er die ein oder andere Episode (etwa die finale Konfrontation mit einer Skinhead-Gang) weglassen können, um dafür den übrigen Konflikten noch mehr Raum zu geben.

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Aber Vorwürfe sind hier eigentlich fehl am Platz, denn so authentisch, originell und packend hat noch kein deutscher Film von HipHop erzählt. Die rauen, beinahe dokumentarischen Digitalkameraaufnahmen passen bestens zur Geschichte, und auch die Schauspieler – fast allesamt Laiendarsteller – sind mit Leib und Seele dabei. Hier war ein Team am Werk, das weiß, wovon es erzählt.

Lang lebe HipHop!

Text: Patrick Heidmann