Wenn man bedenkt, was ihr Debüt ausgelöst hat und was seitdem alles passiert ist, will man kaum glauben, dass es gerade einmal gute anderthalb Jahre her ist, dass Franz Ferdinand auf der Bildfläche auftauchten. Ist aber so. Eben noch brachten uns die Schotten (wieder) das Tanzen bei, im nächsten Moment kommt schon ein ganzer Strom toller Platten von der Insel: Bloc Party, Futureheads, Maximo Park, Kaiser Chiefs – alle undenkbar ohne “Franz Ferdinand”. Angesichts einer sich selbst überholenden, im Monatstakt neue tolle Bands ausspuckenden Szene, müssen die Verursacher des ganzen Aufruhrs nun bereits mit dem zweiten Album aufpassen nicht unter die Räder zu kommen. Wenn nur der Augenblick zählt, wirkt man schnell wie Schnee von gestern.
Franz Ferdinand wären jedoch nicht Franz Ferdinand, wenn sie sich von derartigen Befürchtungen oder den Gerüchten über ihre drohende Auflösung ins Bockshorn jagen lassen würden. Stattdessen hat sich die Band in Frontmann Alex Kapranos’ neu gekauftes Haus auf dem Land zurückgezogen und dort ganz in Ruhe “You Could Have It So Much Better” zusammengeschraubt. Ein Album, das viele überraschen und den Ruhm dieser Ausnahmeband mehren wird. Über das Album, Freundschaft und des Sängers neue Frisur sprachen wir mit Alex Kapranos und Bob Hardy (Bass) in München. Einige Wochen später stand uns dann noch einmal Gitarrist Nick McCarthy in Paris zur Verfügung. Der in Deutschland aufgewachsene klärte uns mit breitestem bayrischen Akzent über die besonderen Risiken einer Konzertreise durch Russland sowie den derzeitigen Stand seines Verhältnisses zu Kapranos auf. Beide Interviews stehen in Uncut-Versionen hier für euch bereit.

Im Interview
>>>Nicholas McCarthy
>>>Alexander Kapranos und Bob Hardy

Text: Torsten Groß