Schüchtern und dabei verdammt symphatisch. Eine Berliner Musik-Gruppierung, die jedwede Promo-Präsenz verneint, den Launen der Musik vertrauend folgt und dabei souverän, aber ohne Bemühungen, musikalische Kunstwerke entstehen lässt.
Es ist schwer “I Might Be Wrong” die „Band“ an sich als publikes Medium abzunehmen, da sie sich vor Öffentlichkeitsarbeit zu verstecken scheint. Es gibt auch keine festgesteckten Ziele für Lisa (Gesang, Gitarre, Keyboard), Simon (Gesang, Schlagzeug),  Andreas (Gesang, Bass, Keyboard), Ann (Keyboard) und Flori (Gitarre). Plattenreleases passieren eben oder sie passieren nicht. Eine Einstellung, die man als antriebslos interpretieren kann, welche jedoch garantiert unglaublich vorteilhafte Wirkung auf das musikalische Schaffen hat.
Das, was zahlen- und faktenmäßig gesagt werden kann ist, dass die Band 2004 gegründet wurde, bei „sinnbus“ sind sie unter Vertrag und spielen tun sie Indie Electronica. Ein Musiklabor mit ruhigen Tönen, ohne Frequenz-Explosionen und überkochender Extrovertiertheit. Weniger wagemutig wie Radiohead, von deren Live-Compilation “I Might Be Wrong” ihren Namen ableiten, aber genauso individuell, unaufdringlich und zurückhaltend-provozierend gegenüber gängigen Erfolgsgeschichten und Band-Erscheinungen. Ein schönes Konzept, von dem unsereins bestimmt noch Notenwerk hören wird!