Will Butler sollte euch allen als Gründungsmitglied von Arcade Fire ein Begriff sein. Aber auch abseits seiner Band ist der Kanadier aktiv – er wurde für seine Arbeit am Soundtrack von “Her” für einen Oskar nominiert und jetzt hat er auch noch sein erstes Solo Album rausgebracht.

Will, du veröffentlichst gerade dein erstes Solo Album – wie ist das zustande gekommen?

Du musst wissen, dass ich schon immer Musik geschrieben und gemacht habe. Ich hatte also schon immer Ideen für Songs, die ich gerne umsetzen wollte. Ich war relativ jung als ich bei Arcade Fire eingestiegen bin, deshalb ist viel von meiner kreativen Energie in diese Band geflossen. Inzwischen bin ich ein bisschen älter und erfahrener und fühle mich vielleicht deshalb bereit, auch als Solo Künstler zu agieren. Ich sehe mich sowie so in erster Linie als Musiker – ob in einer Band oder alleine, das ist erstmal zweitrangig. Das Solo Album ist nur ein weiterer Weg, mich kreativ auszudrücken. In einer Tourpause von Arcade Fire letztes Jahr schien dann der richtige Moment gekommen. Ich war durch die Tour eh schon im kreativen Fluss und dann hab ich das Teil in der Zeit aufgenommen.

Du hast gesagt, dass du auf diesem Album American Music machen willst – warum so explizit?

Naja, das macht ja alleine schon geographisch Sinn, da ich in Amerika lebe (lacht). Aber ernsthaft, diese Aussage soll deutlich machen, dass das Album auch eine Hommage ist an amerikanische Musik. Musik die ich immer schon toll fand – Magnetic Fields zum Beispiel oder Violent Femmes.

Du hast im legendären Studio C im Electric Ladyland Studio aufgenommen. Hat dich der Ort beim Musik machen besonders inspiriert?

Klar! Ich meine, das war immerhin Hendrix´Wohnzimmer. Aber die Songs direkt hat es nicht beeinflusst, das Songwriting war schon beendet, als wir ins Studio gingen. Aber es hat mir definitiv Inspiration für neue Songs geliefert.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit mit deinem Soloprojekt von der mit Arcade Fire?

Das tolle an Arcade Fire ist, dass man immer die Lorbeeren für die Gemeinschaftsleistung der Band einstreichen konnte. Das heißt, auch wenn man selbst nicht den größten Teil zu einem tollen Song beigetragen hat, bekommt trotzdem die ganze Band das Lob, verstehst du? Mit meinem Solo Projekt ist es so, dass ich für alles komplett selber verantwortlich bin. Dass heißt, wenn was schief läuft muss ich das ganz auf meine Kappe nehmen. Aber wenn etwas richtig gut ist, kann ich das ganz für mich beanspruchen.

Wirkt sich das auch auf deine Performance aus?

Ja, ich denke, dass ich sehr viel gelassener bin und vor allem das Musik machen genießen kann, statt das ganze als Wettbewerb anzusehen. Und wenn man so an einen Auftritt herangeht, macht das alles noch viel mehr Spaß.

Wirst du dein Soloprojekt auch in Zukunft weiter führen?

Auf jeden Fall! Ich habe schon einige neue Songs geschrieben und freue mich total darauf weiterhin Shows zu spielen.