London boomt – aber das ist nichts Neues. Erst war da Lily Allen, die anderen Londonern wie Jamie T oder auch Kate Nash Schützenhilfe bot. Dann kamen die Mystery Jets und Larrikin Love, die Pop mit Prog und Gypsy aufpolierten. Und nun darf der nächste Zögling des großen Melting-Pots zum Schlag ausholen. Jack Peñate tänzelt sich gerade warm, um mit seiner ‘Matinee’ die Top Ten der Charts zu knacken. Einfaches Spiel sagen wir da nur!

So was grundauf Sympathisches – menschlich wie auch musikalisch. Mit seinen 23 Jahren steht Jack Peñate mit seiner ‘Matinee’ ganz weit oben. Up-Tempo Pop-Perlen, gepaart mit cleveren Singer-Songwriter Momenten, reihen sich aneinander und werden von der weichen, etwas hoch geratenen Kopfstimme des neuen Londoner Popstars getragen. Für uns ist die ‘Matinee’ jetzt schon ein wahres Fest, und der Karohemden-Träger Jack Peñate haut es jedes Mal aus den Schuhen, wenn ihm Lob entgegnet.

Jack Peñate ist nicht nur ein ausgesprochen guter Songwriter. Bescheiden ist er auch noch. Was für eine gute Kombination. Mit seiner zweiten Single ‘Torn On The Platform’ hat der Enkel des englischen Schriftstellers Mervyn Peake die englischen Top Ten geknackt. Die Freude ist immer noch groß. Der NME schickt Jack gemeinsam mit Kate Nash auf das Cover und schiebt ihm den Satz ‘We are proper Popstars now, Kate’ in den Mund.

Jack nimmt es mit Humor: “Schauen wir einmal, ob ich wirklich schon ein richtiger Popstar bin. Der Erfolg von ‘Torn On The Platform’ macht mich natürlich stolz, aber es liegt noch viel mehr vor mir.” Seinen Helden kommt der Jung-Londoner auf jeden Fall immer näher. Den ersten musikalischen Probegang absolviert Jack zwar noch in einer Band namens Jack’s Basement mit Felix von The Maccabees. Die Kür wird nun aber im Alleingang absolviert, “da all meine Vorbilder auch Solokünstler sind”. Gemeint wäre hiermit beispielsweise Jeff Buckley.

“Als Jeff Buckley ‘Grace’ veröffentlicht hat, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Nach und nach habe ich mich über Tim Buckley an Jeff Buckley rangearbeitet und ihn lieben gelernt. Er ist solch ein bedeutender Singer-Songwriter und ich finde es sehr schade, dass ich nie die Chance haben werde, ihn live zu bewundern.”
Das Los der zu spät geborenen trifft Jack Peñate hart.

Gut ist, dass wir Jack bald in Deutschland live erleben können. Wahrscheinlich wird er sein geliebtes Holzfällerhemd anhaben, wie ein junger Shakin’ Stevens über die Bühne robben und mit seinen Up-Tempo Liedern wie ‘Spit At Stars’, ‘Torn On The Platform’ oder auch ‘Second Minute Or Hour’ den Saal zum Brodeln bringen. Eventuell versucht er sich auch an ‘Kiss’ von Prince. Und wenn das Venue es zulässt, dann wird er uns alle bei ‘Torn On The Platform’ auf die Bühne bitten. Das wird ein Fest. Nicht umsonst ist der Londoner für seine Live-Performance bekannt.

Tanja Hellmig