Lausebengel” werden die Großmütter dieser Welt sagen. Nicht unverständlich bei flüchtigen Blicken auf seine Plattencover und Promofotos. Sie zeigen ihn blutbeschmiert in Unterwäsche, durchgeknallt auf der Bühne oder in einer Badewanne voller Platten.

Das könnten allesamt seine eignen sein. Denn vor seinem Alleingang ist Jay in einigen Bands aktiv. Die Reatards, die Lost Sounds, und Angry Angels hätten ohne ihn wohl nicht funktioniert. Schon in dieser Phase hört man seine Garagen-Affinität, die Lo-Fi Anleihen, die Punk-Attitüde.

Seinem wenig beachteten Album “Blood Visions lässt er erst 2008 eine Coup folgen. Jeden Monat haut er eine neue 7″ Single raus. Streng limitiert vom Label Matador, gehen diese weg wie warme Semmeln. Plötzlich ist Jay im Kommen. Fans und Presse aus aller Herren Ländern wollen den Jungen aus Memphis.

Vom dem Erfolg überrumpelt blieb Matador nichts anderes übrig, als alle Singles des Lausebengels auf eine Scheibe zu komprimieren und der Welt vor die Füße werfen.

Florian Sievers