… wird es schwieriger mit der USA-Kritik. Bisher fiel es leicht, das Bild der bösen, geld- und machtgierigen Weltmacht an einer geistig abstinenten Marionette wie George Bush festzumachen und zu verurteilen. Nun kommt auf einmal ein gebildeter Afro-Amerikaner daher. Da müssen sich die investigativen Filmemacher à la Michael Moore schon mehr einfallen lassen, um der Welt mit ausgewählten Zusammenschnitten und passender musikalischer Untermalung die Augen zu öffnen. Was machen wir denn jetzt so ohne eindeutiges Feindbild?

Mal ganz im Ernst – ab heute wird es spannend, die Entwicklung in Übersee zu beobachten. Ist jetzt wirklich einer von den Guten am Drücker? Vor ein paar Jahren noch undenkbar – ein schwarzer, demokratischer Präsident in den Staaten, der mit zweitem Vornamen sogar noch Hussein heißt. Jetzt hat die eindeutige Mehrheit der Nation für ein solches Staatsoberhaupt gestimmt. Wie geht er mit dem Vertrauensvorschuss um? Was wird gegen die Finanzkrise unternommen? Welchen Kurs in der Energiepolitik schlägt er ein? Zieht sich Amerika jetzt aus dem Irak zurück? Sind die Vereinigten Staaten jetzt tatsächlich sozial(istisch)er als vorher? Fragen über Fragen – jetzt wo Obama President ist.