Das Experiment nimmt eine Schlüsselrolle in der Musik von Joe Masi ein. Sei es in seinem Studium, u.a. bei Karl Bartos (Ex-Kraftwerk) oder als Theatermusiker (u.a. Schauspielhaus Augsburg, Schauspielhaus Hamburg), es geht ihm darum, neue Verbindungen zu schaffen, Überschneidungen zwischen Kunst, Pop und Performance. Dennoch ist die Musik von Joe Masi nicht akademisch verkopft, sondern, insbesondere live, direkt und griffig. Und er gibt seit langem keine Ruhe.

Ende November 2009 erscheint das Album “Yeah!?”, bei dem Masi von prominenten Gästen unterstützt wird. Krach-Arrangements von Unikumpel und Komponist Marcel Tuerkowsky und Gastauftritte von Frauke Schmidt und Mosh-Mosh als Background-Sängerinnen inklusive. Die Stücke sind glasklar und enorm spannend arrangiert – statt falschem Theaterdonner gibt es diesmal echten Druck. Zum großen Teil entsteht die erste Hälfte des Albums im Berliner Schlafzimmer. Der letzte Schliff findet in der Münchner Milchstrasse statt.
Formal ein Album über einen vollständigen, neurotischen Mann, der mit seinen fundierten Programmierkenntnissen nicht weiter kommt, ist Masis Projekt eher stream of consciousness als formale Lieder-Sammlung. Nichtsdestotrotz ist “Yeah?!” keine strukturlose Platte.