Aufgewachsen unweit der Stadt Moscow in Ohio bekam der 1976 geborene Joshua wenig von der Musik außerhalb seiner Welt mit. Erst mit 17 entdeckte er Bob Dylan und Jonny Cash, kaufte sich frisch inspiriert eine Gitarre und begann Songs zu schreiben. Während des darauffolgenden Biologie-Studiums spielte er schon mehr Gitarre als zu lernen. Schließlich wandte er sich den Folk-Studies zu und lebte nun seine Musik, die er oft auf Open-Mike-Abende präsentierte.

1999 hatte er genug Songs zusammen, um ein selbstverlegtes Album aufzunehmen. Zwei Jahre später unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag mit einem Indie-Label. “Eine Sache habe ich gerlernt: Am Ende jedes Tages bist du auf dich allein gestellt. Es gibt keinen Song, eine Aufnahme oder ein Label, das dir eklärt, wie du schwimmen sollst oder wie du deinen Kopf über Wasser hälst. Du musst derjenige sein, der aus dem Boot kommt und seine Chancen jeden Tag neu sieht. In dem was du schreibst und wie du es spielst”, so erklärt Ritter seinen Kampfgeist und Durchhaltevermögen.

Der Durchbruch gelang Josh eher durch Zufall: Als die irische Rockband “The Frames” auf Amerika-Tour in Boston Station machte, wurde der Sänger Glen Hansard bei einer Open-Mike-Nacht auf Josh Ritter aufmerksam und engagierte ihn promt als Support für ihre nächste Irland-Tour. Nicht in den USA, sondern in Irland feierte Josh fortan große Erfolge: Mit seinem dritten Album “Hello Starling” holte er Gold und stieg auf Platz zwei in die irischen Charts ein. 2004 ging Josh Ritter mit seiner Band im restlichen Europa mit Damien Rice auf Tour. Ein Jahr später unterschrieb er seinen ersten Major-Deal bei V2. Für sein mittlerweile viertes Album “The Animal Years” griff er zum ersten Mal zur E-Gitarre. Ein Trend, den er auch auf seinem 2007 erschienen Album “The Historical Conquests of Josh Ritter” fortsetzte. Der ehemals ruhiger Country-Folk Sänger avancierte zum Country-Rocker.

Stephan Klingebiel