Das war mal Quatsch der Superklasse. Knarf Rellöm, der inzwischen nicht mehr “Ladys love” sondern Trinity oder auch Shi Sha Sellöm heißt, spielte in Leipzigs Ilses Erika. Schon das Erscheinungsbild von Knarf Rellöm höchstpersönlich und den Triniymitgliedern DJ Patek und Victor Marek ließen ahnen, wo das Ganze hinführen würde: Knarf mit sternenförmiger Mr-Blue- Sonnenbrille und einem Gewand, dessen Namen uns nicht einfiel (heisst das jetzt Kaftan, Poncho oder gibt es da nicht noch so einen indischen Bergriff für?), Dj Patek mit blauer Federboa im Haar und Marek mit schwarzer Pudelperücke. Sehr schön anzusehen also die drei.
Schön anzuhören aber auch. Geschichten von der Zukunft im All wurden erzählt und vor allem natürlich Musik gemacht. Und die passte zum Outfit. Vielleicht nennt man es Electrotrash, vielleicht auch anders. Auf jeden Fall ist es Spaßmusik zum Tanzen. Move your ass and your mind will follow. Das mit dem Arschbewegen war bei dieser Show ein Leichtes, aber mein mind kam nicht hinterher, sondern ging irgendwo verloren. Machte nichts, denn Knarf Rellöm war ja noch da und machte weiter. Man solle ihm einen Stuhl holen. Machte man und dann stand er da drauf und erzählte von Kiss. Die ersten Reihen knieten nieder und schüttelten die Köpfe.
Die drei Freaks auf der Bühne wechselten sich ab mit mal aufs Schlagzeug schlagen oder die Regler verschieben oder auf die Saiten hauen. Später bekamen sie Unterstützung von Menschen aus dem Publikum, die ganz einfach mal losrappten und das sogar nicht schlecht. Verstanden hab ich nichts, war aber wohl auch nicht so wichtig. Dafür verstand man ja die Texte von Knarf. Der sang oder brüllte davon, wer alles in seinem House spielen durfte…die Black Eye Peas z. B. nicht.
Aber nicht nur die neuen Hits wurden zelebriert. Der vor Wahrheit nur so strotzende Ein-Satz-Song „Ihr seid immer nur dagegen, macht doch mal bessere Vorschläge“ klang jetzt zwar ein bisschen anders, aber die Message blieb: Man schreit einfach „Neinneinnein“!
Und so schrieen, tanzten und arschwackelten sich alle durch die Nacht, hatten Spaß und dann war der Quatsch vorbei und Knarf Rellöm wieder weg.
Aber nicht wirklich. Er holte sich einen Tisch von irgendeiner Couch, setzte sich rauf, verkaufte sein neuestes Werk und schnorrte Filterzigaretten. Als er eine hatte, ging er, der Quatsch blieb und mein mind ist immer noch hinter meinem Hintern her.

Knarf Rellöm on Tour

Sa. 03.02.07 Bremen – Stauerei
Mi.  07.02.07 Stuttgart – Schocken
Do. 08.02.07 CH-St. Gallen – Pakace
Fr.  09.02.07 CH-Zürich – Helsinki
Sa. 10.02.07 CH-Luzern – Sedel
So. 11.02.07 Freiburg – Jos Fritz
Di.  13.02.07 Wetzlar – Franzis