Mit Snow Patrol kündigt sich die nächste Kapelle von der Insel an, es endlich auch auf dem europäischen Festland zu schaffen. Was erwartet uns diesmal? Die neuen Coldplay, die neuen Oasis oder gar die neuen Beatles? Nein, Snow Partol sind ‘nur’ eine Pop-Band.

So sind Snow Partol der Indiegemeinde spätestens seit ihrem letzten Album ‘Final Straw’ und der Single ‘Run’ ein Begriff. Schnell wurden die Schotten zu den gefragtesten Musikern ihres Landes. U2 nahmen sie mit auf ihre US-Tour und spielten bei Live8 vor einem Publikum im sechsstelligen Bereich. “Das war alles sehr überwältigend”, findet auch Schlagzeuger Johnny Quinn. “Aber natürlich haben wir davon immer geträumt, ich würde nie behaupten, dass ich lieber in England noch in so kleinen Rahmen spielen würde wie hier in Deutschland. Die Gigs hier haben zwar auch ihren Charme, aber bei mehr Leuten würde ich mich sehr freuen”, erzählt der sichtlich verkaterte Quinn. Bei diesem Erfolgsdenken erscheint der Wechsel vom Indie- zum Majorlabel nur konsequent. “Bereut haben wir diesen Schritt keine Sekunde.” Wer hat das schon? Nach all diesen Erfahrungen und fast dreijährigem, ununterbrochenem Touren fielen die Aufnahmen des neuen Albums ‘Eyes Open’ alles andere als leicht. “Wir sind an die Westküste Schottlands gefahren, um uns auf das wesentliche zu konzentrieren: unser Songwriting. Es gab zwar schon ein paar Ideen, aber im Wesentlichen ist das Album komplett dort entstanden. Am Anfang taten wir uns schwer, aber jetzt denke ich, dass ‘Eyes Open’ unser besten Album ist und das beste, was wir zu der Zeit haben machen können.”
Die elf Songs greifen die sympathischen Seiten britischer Pop-Musik charmant auf, um es dann entweder – wie der kraftvollen ersten Single ‘All I Have’ – krachen zu lassen, gekonnt mit Elektro zu experimentieren (‘The Finish Line’) oder einen Song im Duett mit Martha Wainwright zu einer Hymne werden zu lassen. “Unser Sänger Gary Lightbody hatte dieses Stück geschrieben und wusste sofort, dass Marthas Stimme perfekt zu seiner passen würde. Wir riefen sie an und sie kannte uns sogar, was uns sehr stolz machte. Und wie der Zufall es so wollte, war sie sogar gerade in Schottland, so dass sie den Songs einsang. Sie wird sogar bei einigen Gigs live dabei sein, was uns noch stolzer macht, da wir alle große Fans von ihr sind.”
Bleibt zu hoffen, dass der Zufall auch den Erfolg der Schotten hierzulande will.

Text: Max Knaut