Wer kennt es nicht: Man läuft zu seinem Lieblingsspäti und will sich eigentlich nur eine Mate kaufen, doch dann stolpert der Blick über all die Süßigkeiten. Auf gut Glück nimmt man was mit und die Mate ist dann völlig vergessen, weil OMG ist das gut! Unser Späti im Internet nennt sich Instagram, unsere Mate Musik und unsere Süßigkeiten Kunst. In dieser neuen Kategorie zeigen wir euch regelmäßig unsere liebsten Künstler*innen, die wir über die Plattform entdeckt haben und sie geben uns ein paar Eindrücke in ihren ganz eigenen Späti. Diesmal mit der Künstlerin und Stylistin Beagy Zielinski.

motor.de: Wenn deine Kunst eine Süßigkeit wäre, welche wäre sie und warum?

Beagy: Meine Kunst wäre definitiv Kinder Schokolade, weil je länger man sie betrachtet, desto überraschender sind die Details, die man findet.

motor.de:  Ausversehen oder lang geplant – Wie ist dein kreativer Prozess?

Beagy: Generell plane ich meine Bilder nicht. Selbst meine Auftragsarbeiten sind nur so einigermaßen mit den Farben, die ich nehmen werde, geplant. Ansonsten sitz ich einfach vor einer Leinwand und lege los und was rauskommt, kommt eben raus.

Von Schulweltkarten und ihren unendlichen Möglichkeiten

motor.de:  Was war das letzte, was du ausversehen entdeckt hast und dann als sehr geil eingestuft hast?

Beagy: Neulich war ich für eine Auftragsarbeit bei einer Kundin und ihrem Mann zu Hause, um zu sehen, welche Farben am besten in die Wohnung passen. Plötzlich hatte ich zwei riesengroße Weltkarten entdeckt. Eine Karte zeigte Europa, da der Mann aus Deutschland ist, die andere Karte zeigte Afrika, da die Frau Afrodeutsche ist. Als ich die Karten sah, hatte ich sofort die Idee, die Karten als Leinwände zu nehmen. Ich habe dann die beiden ganz normalen Schulweltkarten zum Ausrollen auf Leinwände spannen lassen und beim Malen habe ich dann die Stadt, in der sie geboren ist, und die, in der er geboren ist, ausgelassen. Seitdem ich das fertige Gemälde gepostet habe, wollen plötzlich alle ihre Gemälde auf Weltkarten haben. Eigentlich wollten sie die Karten wegschmeißen, – jetzt sind sie Kunst.

motor.de: Was ist die beste Musik zum Arbeiten?

Beagy:  Ich höre wirklich sehr selten Musik beim Malen. Meistens läuft der Fernseher, wenn ich male. Es ist auch vollkommen egal, was – was an ist, ist eben an. Aber interessant ist, dass ich einmal „Unsolved Mystery“ geschaut hatte, und da ging es um Ufos und so Zeugs. Dazu sei gesagt, dass ich den Fernseher beim Malen nicht sehe, sondern nur höre. Als Freunde dann aber die Bilder gesehen hatten, meinten sie: „das sieht ja aus wie ein Ufo!“. Also scheinbar werde ich doch beeinflusst, selbst wenn er nur im Hintergrund läuft.

Ein Späti für ALLES

motor.de:  Wenn du mit deiner Kunst einen Späti hättest wie würde der aussehen?

Beagy: Mein Kunstspäti wäre auf jeden Fall über-organisiert! Ich hasse, wenn es unordentlich ist. Es wäre alles sortiert: nach Farbe, nach Größe, nach Formen. Es muss Ordnung haben, da bin ich sehr Typ A . Aber es gäbe die verschiedensten und weirdesten Dinge. Denn auch beim Malen muss mein Werkzeug nichts mit Malen zu tun haben. Zum Beispiel male ich super oft mit diesen Wischern, mit denen man das Glas nach dem Duschen putzen kann oder male mit leeren Kartons. Dementsprechend hätte mein Späti alles: Von Nagellack bis Farbe bis Latex, komisch geformte Gabeln, einfach alles, womit man irgendwas in der Theorie kreieren könnte.


Der großartigen Beagy könnt ihr hier auf Instagram folgen. Außerdem könnt ihr ihre Kunst vom 08.04-30.04 bei der Abstract Art Exhibition “Garden of Colourful Mists ” in der  Haze Gallery Berlin sehen.