Den ersten Teil verpennt? Hier gehts lang!

Letzte Woche berichteten wir euch von dem Plan der motor.de-Redaktion, sich durch das graue Dickicht der illegalen Online-Filmanbieter zu schlagen um herauszufinden, womit es die gesetzeskonforme Bezahl-Konkurrenz aufnehmen muss. Allein Millionen deutscher Filmfreunde nutzen regelmäßig Seiten wie das kürzlich zerschlagene Portal kino.to. Viele geben Geld für Premium-Accounts bei dubiosen Filmanbietern aus, nicht aber für kostenpflichtige, legale Streams, z.B bei Maxdome oder epixhd. Was ist also der Standard, der überboten werden muss? Wir haben euch die Grundlage unseres Tests und damit des Fazit-Texts am Ende noch einmal zusammengefasst.


Auch “Raubkopierer” sind im Propaganda-Krieg – es geht um eine Menge Geld. 

Sicher könnte man eine moralische Keule schwingen und behaupten, die Menschen würden ungern gegen Gesetze verstoßen und sich unter die Androhung von Strafe stellen und deshalb sicher irgendwann aufhören, kriminell motivierte Portale zu nutzen. Nun ist aber die Ahndung von verbotener Stream-Nutzung völlig ungeklärt – bislang wurde auf Konsumentenseite niemand aufgrund eines solchen Vergehens auch nur angeklagt. Die moralische Keule scheint gegenüber dem verlockenden Gratis-Angebot insofern vollkommen machtlos, und die Möglichkeiten sind wirklich facettenreich. Im Grunde gilt für die Kataloge der illegalen Kinoportale: Egal wonach man sucht, man wird fündig. Webseiten wie Movie2k.to und der kino.to-Nachfolger kinoX.to bieten die meisten Filme unmittelbar nach ihrer Premiere an, haben einen guten Bestand der jüngeren Filmgeschichte vorzuweisen, kennen auch die wichtigsten Kunstfilme und ein umfassendes Serien-Repertoire. Zudem stehen häufig zusätzlich synchronisierte Versionen oder Untertitel zur Auswahl.


Sieht aus wie kino.to, funktioniert wie kino.to – und ist tatsächlich schon wieder der Platzhirsch im “dark business”. 

Auch sehen viele Online-Auftritte nicht eindeutig nach kriminellen Machenschaften aus, sondern vielmehr wie gut sortierte, übersichtliche Web-Videotheken: Auf letmewatchthis.ch beispielsweise finden sich von alt bis neu über künstlerisch hochwertig alle erdenklichen Filme in guter Qualität, präsentiert in einer übersichtlichen Seite, die nur ganz dezent auf Seiten-Bannern mit den üblichen Flirt-Börsen wirbt. Der Suchindex funktioniert einwandfrei und via User-Ratings gelangt man sogleich zur besten Version des gewünschten Streifens. Hinter der URL www.free-tv-video-online.me verbirgt sich gar ein Unternehmen, das sich Project Free TV nennt und in kunterbuntem, laienhaften und werbedurchzogenen Design wirkt, wie ein Fernseh-Guerilla-Projekt, das sich um Gratis-Glotzen für alle bemüht. Tatsächlich finden sich erstaunlich viele Filme und vor allem ein umfassendes Serien-Angebot, immer auf dem aktuellsten Stand, wenn auch die Qualität manchmal etwas rauscht und pixelt. Doch selbst dieses Repertoire kann noch überboten werden: Auf www.watchseries.eu finden sich hohe Prozentzahlen aller je gedrehten Serien wieder, zudem auch TV-Produktionen wie Late-Night-Shows. Als negative Kehrseite bekommt man leider auch in Pop-Up-Form die verschiedensten unmoralischen Angebote gemacht und leidet auch sonst unter akuter Werbebelästigung. Manch kleineres Portal wie www.kinokiste.com erscheint trotz geringerer Auswahl einen Besuch wert – vorhandenes Material ist qualitativ hochwertig, außerdem lädt es schnell. Zudem bietet die Seite zu jedem Film ähnliche Werke an, die dem Nutzer auch gefallen könnten, wobei man so manches entdecken kann. Neben jedem Film werden zudem als Hintergrundinformation alle mitwirkenden Schauspieler gelistet, sodass man sich sogar noch ein wenig cineastisch zu bilden vermag.


Auch die verbotenen Früchte müssen bezahlt werden – meistens mit dem Kampf gegen hartnäckige Werbe-Popups. 

Was keines der zwielichtigen Portale leisten kann, sind Qualitätsgarantie und vollständiges Ausbleiben von Werbebelästigung aufdringlicher Inhalte. Auch geschieht es zu häufig, dass man zu dubiosen Anmeldungen aufgefordert oder um Installation systemschädlicher Programme gebeten wird. Zusammenfassend stellt sich das Optimalbild eines Kinoportals also wie folgt dar: Übersichtliche Struktur mit funktionierendem Suchindex, dazu Genrekategorien und ähnliche Filmvorschläge zur Inspiration. Außerdem wären Hintergrundinformationen über Schauspieler, Regisseur und Entstehungsdaten als kultureller Bildungszuschlag nett. Ratings und Reviews, wie man sie von IMDb oder Rotten Tomatoes kennt, erscheinen als hilfreiche Qualitätsgaranten. Bewertungen für Stream-Qualität sollten hingegen von gestern sein, da natürlich nur HD-DVD-Streifen angeboten werden. Alle Filme sollten in Originalversion vorliegen, egal welche Sprache das ist, alternativ in synchronisierter Version und auch mit Untertiteln – für alle die gern den ursprünglichen Flair der Leinwandkunst behalten und den Inhalt trotzdem verstehen möchten. Das Angebot müsste quasi vollständig sein: Aktuelle Werke müssten den Netz-Verleih spätestens mit der Leinwandpremiere erreichen, am besten als Sneak-Preview noch davor, andernfalls sind Leaker und kriminelle Füchse schneller. Allzeit beliebte Klassiker, wie “Dirty Dancing” für Taschentuch-Romantiker oder “Pulp Fiction” für Kult-Freaks, sollten stets zugänglich sein. Ebenso wichtig ist es, ein umfassendes Programm des Arthouse-Verleihs zu präsentieren – jenen tiefsinnigeren Kunstfilmen ist auf den aus Profitgründen vor allem für die Masse gebauten illegalen Portalen häufig schwer beizukommen. Natürlich dürfen die Serienfreunde nicht vergessen werden – da Soaps und co. extremes Abhängigkeitspotential haben und Fans wie Junkies auf die nächste Folge warten, sollte es auch hier möglichst flott zugehen.


Keine Testseite des Kindergarten Computer Clubs – ästhetisch orientierte Filmfans werden dieses Portal eher ungern nutzen.  

Einen solchen Dienst zu nutzen, wäre natürlich traumhaft, vorausgesetzt man hat ein taugliches Sound- und Bildsystem zur Verfügung. Realistisch betrachtet würden die Kosten vermutlich untragbar, wobei der Konsument davon natürlich nichts spüren sollte. Preise von XX€ pro Stream, wie man sie derzeit kennt, sind nicht wirklich verlockend, da man für einen doch unwesentlichen Aufpreis Tickets für das Rundum-Erlebnis Kinosaal inklusive sozialer Faktoren erstehen kann. Movie-Flats mit einem moderaten monatlichen Preis wären da schon attraktiver.

Es dürfte schwer werden, den illegalen Machenschaften nachhaltig beizukommen – zu ausgetüftelt sind die bestehenden Netzwerke, die Kartelle zwischen Video-Hosts, Uploadern und Betreibern der Katalogseiten. Für die legalen Anbieter sollte darum als Ziel gelten, optimalen Service, schnellstmöglich und vor allem zu fairen Preisen anzubieten. Wenn das am Ende funktioniert, sollte es vielen Filmfreaks leichter fallen, für ihr Lieblingshobby einmal ins Portmonnaie zu langen anstatt den nächsten Klick in die Grauzone zu machen.

Grundlagen unseres Tests:

Getestete Plattformen:

movie2k.to; movie-stream.to; novamov.com; free-tv-video-online.me; letmewatchthis.ch; movfilm.net/kinoliga.de; KinoKiste.com; KinoX.to; watchseries.eu; iload.to

Getestete Filme (Vorhandensein, Qualität, Sprache):

Captain America; Midnight In Paris; Pulp Fiction; Dirty Dancing; Uhrwerk Orange; Citizen Kane

Getestete Serien (Vorhandensein/Vollständigkeit, Sprache):

Breaking Bad; How I Met Your Mother; Simpsons; Lost; Twin Peaks; The Prisoner

sonstige Kriterien (positiv/negativ):

Gesamteindruck
Streamqualität
Service/Handling
Werbeumfeld
Garantierte Kostenfreiheit

Testsieger:

movie2k.to; kinoX.to

Hier gehts zum ersten Teil unseres Tests.