Der gebürtige Texaner Devonte Hynes wurde im Jahre 2004 mit gerade einmal 18 Jahren bereits Mitglied einer der tollsten Bands seiner Zeit. Rory Atwell und Sam Mehran suchten damals in London eine Vertretung für ihren abgehauenen Gitarristen und gründeten gemeinsam die Hardocre-Indie-Band Test Icicles. Bekanntlich nur zwei Jahre hielt die viel versprechende Formation und der talentierte Hynes sah sich nach neuer Beschäftigung um. Es entstand neben einem stets lesenswerten und bis heute gut gepflegten Blog (zu finden auf seiner Homepage) das Projekt Lightspeed Champion. Hoffnungen der Fans, in Hynes Solomusik eine Art nächstes Leben der Icicles zu finden, wurden maßlos enttäuscht. Denn Lightspeed Champions Musik wäre auf einem Konzert der Band wahrscheinlich mit jeder Menge Aschenbechern und Bierdosen aus der Halle gepfiffen worden. Folk und Country sind die Etiketten, die auf seiner Platte heute kleben. Der Singular im Bandnamen ist dabei nicht ganz zutreffend, denn sein Solo-Debut “Falling Off the Lavender Bridge” nahm Dev Hynes mit einer großen Zahl an Freunden und schwarzarbeitenden Kollegen auf: Cursive, Tilly and the Wall und Emmy the Great spielen darauf mit, Clark Baechle von The Faint trommelt und produziert hat die Scheibe Mike Mogis von den Bright Eyes. Bei letzteren bedankte er sich als Support auf ihrer 2007er Tour. Der erste Umschwung war dem multitalentierten Texaner aber offensichtlich immer noch nicht genug, denn er kündigte jüngst an, auch noch eine Hip-Hop-Platte aufnehmen zu wollen. Wird aber bestimmt auch gut.

Samuel Jackisch