Vergangenen Donnerstag fand die Mash-Up Bande Major Lazer rund um DJ Diplo Einzug in die Berliner Columbiahalle und brachte rund 3000 Dancehall wütige Reggae-Anhänger zum Flippen. Spätestens seit dieser Festival-Saison besaß man auch als nicht-Reggae-affiner-Mensch den Hauch einer Ahnung davon, was das "Empire of the Fun" auf der Bühne so kann. Tönte es doch vor allem aus dem Bloghause Casper verstärkt: "Major Lazer changed my life!". Angefeuert durch diese Ansage und die Möglichkeit sich schon auf einen Donnerstag Abend hemmungslos betrinken zu können, begab sich ein Teil der motor.de-Redaktion auf Diplo-Pilgerfahrt. Kurzabriss: Trinken, Hüpfen, Bouncen, Schwitzen, Springen, Schreien. Am Freitag taumelten wir mit dem (Muskel-)Kater unseres Lebens ins Büro und verkündeten: Major Lazer hat auch unser Leben verändert!


(alle Fotos: motor.de)

Dass die Sause mit einer fullminanten Lazershow eröffnet wurde, hat zwar wenig überrascht (macht es bei dem Namen doch jede Menge Sinn), aber trotzdem granatenmäßig eingeschlagen. Dass bei Einsatz der Lazerpower unmittelbar um die 500 Smartphones im Videomodus nach oben schnellten, überraschte ebenso wenig, gehört es mittlerweile doch genau so zu einer Show dazu wie Künstler und Mikrophon. Major Lazer fackelten nicht lange, und gaben sich schon nach wenigen Songs den für die Diplo-Crew obligatorischen Plastikkugel-Stage-Dive. Zu dem Zeitpunkt hatten wir Major-Lazer-Anfänger uns bereits aus der flippenden Menge auf die Tribüne begeben, weil wir a) wegen der ganzen Smartphones nichts sehen konnten und b) Interesse daran hatten, mit heilem Genick die C-Halle wieder zu verlassen. Da denkt man, man hätte schon viele tobende Konzertmengen gesehen – und dann kommt Major Lazer und ändert alles! Es brauchte noch nicht mal den Hit "Watch out for this (Bumaye)", da war die halbe Halle bereits entweder halb nackt, halb nackt mit Joint in der Hand oder halb nackt am Hin- und Herspringen! IRRE!


 

Aber mit so einer lumpigen Plastikkugel-Stage-Dive-Nummer ist der Major Lazer Zenit natürlich (!!!) noch lange nicht erreicht. Erst wenn zehn Frauen aus aller Welt in Leggings und Bandeau-BH auf der Bühne richtig schön was wegtwerken, nähern wir uns langsam dem Lazer-Rubikon. Und natürlich (!!!) kommen im Anschluß auch noch zwei Oberkörper freie Bengel auf die Stage, und zeigen den zwei ultrascharfen Lazer Tanz-Tanten mal was 'n anständiger Lap-Dance ist. Columbiahalle meets Strip-Club!

In der Zwischenzeit hatten wir zu Sean Pauls "Get Busy" und weiteren Kassenschlagern der frühen 2000er alle Flüssigkeiten weggezappelt, die noch durch unsere Körper zirkulierten. Grund genug um nachzugießen. Als wir uns gegen halb zwölf mit Wimperntusche am Kinn, wabbeligen Knien Richtung und Stimmbändern im Minusbereich Richtung U-Bahn schleppten, stand es offiziell fest: nächstes Mal Major Lazer für Fortgeschrittene. Denn: Major Lazer changed our lives!

Julia Ramonat