Sie sind das lautstarke Verbindungsstück zwischen Nord und Süd. Me Succeeds demonstrieren äußerst erfolgreich, dass Münchener Vorstadtsound und Hamburger Schule musikalisch keineswegs so weit auseinander liegen wie geografisch.

Unter dem Namen Killercit Succeeds tüfteln Bassist und Gitarrist Sebastian Kokus und seine musikalische bessere Hälfte Lorin Strohm 2002 an ihrer ersten Demo, als ihnen Multiinstrumentalistin Mona Steinwidder auf einem Konzert (wo sonst) über den Weg läuft. Das Duo wird zum Trio. Killercit Succeeds zu Me Succeeds. Und München zu Hamburg.

Auf den Umzug an die Elbe folgt 2005 die erste EP „The Rooms We Left Behind“ im Self-Release. Schon jetzt hinterlässt der Einfluss der Hansestadt deutliche Spuren. Me Succeeds befreien sich vom Vorstadt-Indie-Geplänkel und schlagen eigensinnigere Töne an. Zur Indie-Grundstruktur der Hamburger Schule gesellen sich straffe Beats, eine dominante Bass Drum und aufwendige Synthesizer-Arrangements. Und über allem schwebt die Glasstimme von Fräuleinwunder Mona.

Daran ändert sich auch auf dem hochgelobten Debütalbum „Mountains Fighting Submarines“ nicht viel, das ein Jahr später auf I Saw Music veröffentlicht wird. Feinster Indietronic paart sich mit wechselnden Gesängen. Die Trennlinie zwischen dröhnender Dancefloor-Music und empfindsamem Indie-Pop verschwimmt zunehmend und ist auf der bislang letzten Platte „Riemerling“ (Sunday Service) im Jahr 2007 komplett verschwunden. Das Hamburger Trio sprengt musikalische Genregrenzen. Sprechgesang bricht immer wieder den verschrobenen Beat auf. Gitarrenwände werden hochgezogen und im nächsten Moment zum Einsturz gebracht.

Neben dem Erfolg als Band wandern alle Mitglieder gleichzeitig auf Solopfaden. Sängerin Mona Steinwidder veröffentlicht Songs unter dem Namen Mohna. Sebastian Kokus musiziert als I Was A Teenage Vampire. Und wer achtsam durch die Hamburger Clubszene läuft, entdeckt ab und an Lorin Strohm als DJ hinter den Turntables.

Jennifer Beck