Minus – das ist kein besonders origineller Name mehr für eine Band, jedenfalls nicht, solange man sich kein weltweites Patent darauf anmeldet. Mindestens drei Bands dieses Namens spielen in Deutschland, unzählbar mehr in den USA. In Island jedenfalls gibt es nur eine. Und die hatten 2001 ihren Durchbruch mit der LP “Jesus Christ Bobby” zu verzeichnen, veröffentlicht auf dem wohlklingenden Label Smekkleysa. Ihr beeindruckend geradeaus gekloppter Noise Rock wusste zu überzeugen und erntete durchweg gute Bewertungen in den einschlägigen Magazinen – ebenso wie die dritte Platte “Hallador Laxness” (betitelt nach einem Isländischen Nobelpreis-Träger – Danke, für die Geschichtsstunde, Minus!). Von der Hardrockszene weiß man, dass sie im Gegensatz zu ihren Pendants des Pop über einen ziemlich intakten Buschfunk verfügt. Dieser ist in der Lage, eine viel versprechende Band früh zu erkennen und unter minimalem finanziellen Aufwand über den Kontinent von Stadt zu Stadt weiter zu reichen. So durften sich Minus bereits mit so ziemlich allen Größen des Genres die Bühne teilen. Ihr viertes Studioalbum trägt neben einem ziemlich unappetitlichen Cover den in Verbindung damit ziemlich böse zweideutigen Namen “The Great Northern Whalekill”. Es kann komplett auf der Myspace-Seite der Band gehört werden – auch Danke dafür!

Samuel Jackisch