Es ist schön, wenn Indiebands aus Deutschland sich wenigstens in Deutschland gegen die übermächtige Konkurrenz von der Insel langsam durchsetzen. Oft ist aber zu beobachten, dass ihnen ein eigener Stil fehlt, der sie vom Britpop abgrenzen könnte. Ähnlich ist es bei Miyagi. Englischer Akzent, gemächlicher Indierock bis Surf. Eigentlich nichts außergewöhnliches.
Punkten können Miyagi hingegen mit ihrer ungewöhnlichen Besetzung. Zwei singende Schlagzeuger, wer hat das schon zu bieten? Auch die Musik fährt stilistisch nicht so eingleisig, wie befürchtet. Disco-Post-Punk wechselt sich ab mit Pop-Songs und Surf-Einflüssen. Hauptsache tanzbar. In ihrer Heimat Münster sind sie lokale Helden, jetzt müssen sie sich so profilieren, dass sie wirklich zu einer Einzigartigkeit werden, die den Engländern Indie neu erklären kann. Mit der Unterschrift bei Richard Mohlmann Records ist der Grundstein gelegt. Die „Miyagi Ep“ ist seit Mitte 2008 bei Konzerten und im Labelvertrieb erhältlich, ein Album ist in Arbeit. Wir sind gespannt.

Miyagi sind:
Jörn Krüßel (Gitarre)
Stefan Matysick (Gesang, Schlagzeug)
Daniel Ortega (Schlagzeug, Gesang)
Felix Prescher (Gitarre)
Axel Schinkel (Bass)

Stephan Klingebiel