Kaum eine andere Band hat den dampfwalzenden, stampfenden psychedelisch berauschten Hard-Rock der Siebzigerjahre so konsequent in die Neunziger rübergeschleppt wie die Combo von und um Mastermind Dave Wyndorf. Dabei wirkte die Band mit ihren schweren Breitbein-Riffbretter und Wyndorfs – mit machiavellistisch Machismo intonierten – Intoxikationsphantasien auf Grund ihrer andersartigen Authentizitätsvorstellungen schon zum Beginn ihrer Karriere wie Grenzgänger zwischen den Welten. Im Geiste von Genrebegründern wie Hawkwind, Blue Öyster Cult oder Black Sabbath im Kombinat mit (vor allem später vermehrten) Kiss und Aerosmith-Anleihen, war die Band eben nicht jedermanns typische Alternative Band, als der Boom dieser Stilrichtung gerade Früchte zu treiben begann. Dass Monster Magnet zehn Jahre darauf die Ehre der Mehrfachnennung im Vorbilderkatalog nahezu jeder aufstrebenden Stoner-Rockband zu Teil werden sollte, war damals ja auch noch nicht abzusehen.

Ende der Siebziger sammelt der aus New Jersey stammende damalige Punkfan Dave Wyndorf seine ersten Banderfahrungen in der Formation Shrapnel, zu der auch die spätere Punk-Produzenten Ikone Daniel Rey (Ramones) gehört. Es sollten einige Jährchen ins Land ziehen, bis Wyndorf, nach anfänglichen Misserfolgen 1989 sein neues Bandprojekt Monster Magnet zusammenstellt. Anfangs mit Sänger Tim Cronin, John McBain und Wyndorf selbst an der Gitarre, sowie Bassist Joe Calandra und Schlagzeuger John Kleiman bestückt, erscheint 1990 die selbstbetitelte Debüt-EP auf dem deutschen (!) Label ‚Glitterhouse’. Wyndorf übernimmt nach dieser Veröffentlichung auf Grund eines ausgeprägteren Frontmann-Syndroms alsbald Cronins Platz, welcher seitdem aber immer noch als Licht- und Pyroeffekt-Mann-im-Hintergrund festes Mitglied der Band ist.

Zwei Jahre später veröffentlichen Monster Magnet das Album ‚Spine Of God’ und hinterlassen mit diesem düster psychedelischem Manifest einen ersten bleibenden Eindruck. Überbleibsel der dazugehörigen Aufnahmesessions finden ihren Weg auf das ’93er Release ‚Tab…25′, welches mit ausufernden Jam-Tracks wie dem knapp halbstündigen ‚25′ mehr als eine auditive LSD-Trip Resteverwertung darstellt.
Nachdem die Band unter anderem als Support für Soundgarden ihre Live-Qualitäten beweisen konnte und Wyndorf Gitarrist McBain durch Ed Mundell ersetzen lässt, bildete ‚Superjudge’ 1993 die Hinwendung zu einem klarer Riff-strukturierten Heavy-Sound, und markierte zugleich Monster Magnets Einstand beim Major-Label ‚A&M’. Doch der Erfolg lässt auf sich warten, was den Druck für das anstehende Nachfolgealbum ‚Dopes To Infinity’ entsprechend vergrößert. Obwohl ein definitiver Space-Rock Meilenstein, wirft dieses Album 1995 nur den MTV rotierenden Single-Hit ‚Negasonic Teenage Warhead’ ab, während die Albumverkaufszahlen weiterhin vor sich hin dümpeln.

Wyndorf zieht sich daraufhin nach Las Vegas zurück, wo er im abgeschiedenen Wüstensohndasein an neuem Material arbeitet. Aus diesem, von vermutlich nicht gerade wenigen illegalen Substanzen beflügelten Kreativ-Exil, resultiert 1998 das nomen est omen Album ‚Powertrip’, das Dicke – Hose – Hard – Rock – Referenzalbum schlechthin, welches Monster Magnet endgültig den langersehnten Durchbruch beschert. Mit diesem Platin-Album im Gepäck und Rhythmus-Klampfer Phil Caivano als dritte Gitarrenkraft neu an Bord, geht es anschließend auf zweijährige Langzeittour.

Nach dem verhältnismäßig zahmen, mediokren 2001er Album ‚God Says No’ erfährt die Band erneut einen herben Rückschlag. Musikalische Prioritätsverschiebungen zugunsten des derzeit akuten Nu-Metal-Hypes sowie bandinterne Querelen führen schließlich zum Rauswurf von Joe Calandra und Jon Kleiman – womit Spacelord-Motherfucker Wyndorf nicht nur ohne Plattenvertrag, sondern auch ohne Rhythmussektion dasteht.
‚Monolithic Baby!’ aus dem Jahre 2004 soll somit auch musikalisch ein Phoenix aus der Asche-Platte werden. Jim Baglino (Bass) und Drummer Bob Pantella füllen die vakanten Posten genauso wie Wyndorf sein Songwriting-Vakuum, um mit unverkennbarem, pornosonnenbrillen Prolo-Charme, zynisch humorigen textlichen Sozialstudien und einem ebenso catchy-melodiösen wie auch straight nach vorne rockenden Brecheralbum erneut sein Revier zu markieren.