Irgendwann wurde jedem von uns schon einmal das Herz gebrochen und jeder geht anders damit um. Aber anstatt sich zu Hause zu verbarrikadieren oder mit illegalen Substanzen abzulenken, beschlossen die Mitglieder von New Years Day – Sängerin Ashley Costello, Gitarrist Mike Schoolden, Drummer Russel Dixon, Gitarrist Keith Drover und Bassist Adam Lohrbach – ihre Beziehungsnachwehen in optimistisch gestimmten Pop-Punk zu verwandeln, der mindestens genauso mitreißend wie befreiend ist. “Vor zwei Jahren machten Adam und ich gleichzeitig eine schlimme Trennung durch und ganz zufällig trafen wir uns bei Keith zu Hause,” erklärt Ash zur Entstehung der Band. “Ich spielte beiden Musik vor, die ich für mein neues Projekt geschrieben hatte und sie waren sofort begeistert – in dieser Nacht gründeten wir New Years Day.”

„My Dear“, das Nachfolgeralbum der im letzten Jahr erschienenen New Years Day-EP, entstand innerhalb von acht Monaten und wurde zusammen mit dem ortsansässigen Tontechniker Eugene Pererras im heimischen Schlafzimmer aufgenommen – komplett selbstfinanziert und -produziert. Die Tatsache, dass die Band ohne große Erwartungshaltung an das Projekt heranging, half ihnen ihr volles Potential zu entfalten ohne auf äußeren Druck Rücksicht nehmen zu müssen. “Sobald wir ein wenig Zeit neben unseren regulären Jobs hatten, widmeten wir uns gleich den Aufnahmen fürs Album – im Prinzip in jeder freien Minute,” beschreibt Ash die intensive Arbeit an „My Dear“. “Mein Mikro wurde nur durch Isolierband zusammengehalten und wir mussten mit dem arbeiten, was wir hatten. Aber das Label mochte den Sound des Albums und so blieb es bei der von uns aufgenommenen Version. Darauf bin ich sehr stolz.”

Verständlicherweise – denn das Ergebnis der harten Arbeit ist ein Album, das viele Facetten zeigt, aber dennoch durch einen individuellen, markanten Sound besticht, der die Band deutlich von anderen Pop-Punk-Kollegen unterscheidet.

Während zum Beispiel der Ohrwurm “Ready Aim Misfire” eher starkes Mitsing-Potential mitbringt, kommt “My Sweet Un-Valentine” mit einem swingenden Jazzsound daher, der von keinem geringeren als den Real Big Fish-Bläsern und Ska-Veteranen John Christianson und Dan Regan, unterstützt wird. Der zuckersüße Popsong “Brilliant Lies” rührt tiefe Gefühle und klingt trotzdem nicht wie ein typischer, schablonenhafter Teenie-Lovesong.

Das wäre auch mehr als verwunderlich, denn die Wurzeln von New Years Day liegen nicht in der Castingwerkstatt etablierter Produzenten oder der Plattenfirma selbst sondern in der Freundschaft der einzelnen Bandmitglieder untereinander. Diese Tatsache ist besonders für Ash sehr wichtig: “Oft sieht das Publikum ein Mädchen mit ihrer Band und denkt automatisch, dass die Plattenfirma diese Band zusammengestellt hat. Aber für uns ist es wichtig, dass die Leute verstehen, dass das bei uns nicht der Fall war. Wir waren alle sehr gute Freunde bevor die Band existierte und sind es heute immer noch,” erklärt Ash. “Wir haben sowieso viel zusammen gemacht. Jetzt touren wir nur eher durch die Welt als bei Keith zu Hause abzuhängen.”

“Ich will ja nicht sagen, dass viele Bands unecht oder unehrlich sind, aber unser Album beruht definitiv auf persönlichen Erlebnissen, die wir selbst durchgemacht haben,” fügt Russel hinzu. “Viele Songs haben mit Liebe und Herzschmerz zu tun. Aber es ist wichtig zu verstehen, dass Liebeskummer nicht das Ende der Welt ist.”

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