Den meisten Leuten dürfte er als Frontmann der Rockband Nick Cave And The Bad Seeds bekannt sein, doch neben weiteren musikalischen Projekten ist Nick Cave auch als Autor, Filmmusikkomponist und Drehbuchautor aktiv. Nicholas Edward „Nick“ Cave wird am 22. September 1957 im australischen Warracknabeal geboren. Seine Eltern Colin (Lehrer) und Dawn (Bibliothekarin) machen ihn schon in jungen Jahren mit Literatur vertraut. Wegen seiner anglikanischen Erziehung singt er auch im Kirchenchor. Als Heranwachsender rebelliert Nick gegen das kleinstädtische Umfeld und gerät oft in Konflikt mit Lehrern, so dass ihn seine Eltern 1970 auf ein Internat nach Melbourne schicken. Dort singt er im Schulchor. Als er 19 ist, sitrbt sein Vater bei einem Autounfall. Seine Mutter überbringt ihm die Nachricht, als sie ihn von einer Polizeiwache abholt, wo er wegen Diebstahls festgehalten wird. 1973 gründet Cave mit seinen Schulfreunden Mick Harvey (Gitarre), Tracy Pew (Bass) und Phil Calvert (Drums) eine Band. Nach dem Schulabschluss beginnt Cave 1976, Malerei zu studieren, bricht dies aber kaum ein Jahr später wieder ab, um sich der Musik zu widmen. Zur selben Zeit beginnt er, Heroin zu nehmen.

Seine Band nimmt den Namen The Boy Next Door an, Gitarrist und Songwriter Rowland S. Howard schließt sich der Band 1978 an. 1980 benennen sich die Musiker in The Birthday Party um und ziehen erst nach London, dann nach West-Berlin. Cave ist zwischen den späten 70ern und mittleren 80ern in einer Beziehung mit Anita Lane, die einen starken Einfluss auf ihn und seine Arbeit hat. Sie singt auf einigen seiner frühen Songs. The Birthday Party entwickeln sich zu einer Kultband in Europa und Australien, die für ihre intensiven Liveshows bekannt ist. 1984 löst sich die Band auf, da Howard und Cave sowohl Probleme in der Zusammenarbeit als auch mit Drogenmissbrauch haben. Zusammen mit Harvey gründet er die Band Nick Cave And The Bad Seeds, deren restliche Mitglieder über die Zeit immer wieder wechseln. Das Debütalbum „From Here To Enternity“ erscheint 1984. Bis heute hat die Band 14 Studioalben veröffentlicht. Eine erste Gedichtsammlung, „King Ink“, erscheint 1988, seinen Debütroman „And The Ass Saw The Angel“ stellt Cave 1989 fertig. Zur selben Zeit verlässt er West-Berlin, kurz vor dem Fall der Mauer, und zieht nach Sao Paulo. Dort trifft er die Journalistin Viviane Carneiro, mit der er später einen Sohn bekommt.

Seit den 90ern geht Cave auch auf Solotour und schreibt Filmmusik. Weitere Songs finden oftmals ihren Weg auf diverse Soundtracks. Bereits 1987 werden zwei Tracks für Wim Wenders’ Film „Der Himmel über Berlin“ verwendet. Dies ist der Beginn einer längeren Verbindung zwischen dem Regisseur und Cave (bzw. seiner Band), da weitere Songs in die Filme „In weiter Ferne, so nah!“, „Bis ans Ende der Welt“ und „Palermo Shooting“ Eingang finden. Dazu kommen noch Liedbeiträge für Filme und Fernsehserien wie „Batman Forever“, „Scream 2“, „Hellboy“ oder „Akte X“.

Für das Bad-Seeds-Album „Murder Ballads“ nimmt er 1996 zusammen mit Kylie Minogue den Song „Where The Wild Roses Grow“ auf, der zum Welthit wird. 1997 veröffentlicht Cave „King Ink II“. Seine jetzige Frau, das britische Model Susie Bick, trifft er 1999. Mit ihr bekommt er 2000 Zwillinge. Er schreibt außerdem das Drehbuch für den Film „The Proposition“ mit Guy Pearce und Ray Winstone in den Hauptrollen, der im Oktober 2005 in die Kinos kommt. 2006 gründet Cave die Garagerock-Band Grinderman, deren selbstbetiteltes Debütalbum ein Jahr später erscheint. Sein zweiter Roman „The Death Of Bunny Munro“ erscheint im September 2009.