Wirklich ausgebildete Musiker sind in der modernen Musikwelt zugegebenermaßen eher die Seltenheit. Der Weg zur Berühmtheit ist für viele nicht zwangsläufig eine langer Fußmarsch durch eine klassische Ausbildung und ein Studium. Doch Norah Jones ließ sich von eben diesen nicht abbringen:

Die Tochter von George Harrison-Freund und Woodstock-Act Ravi Shankar wollte aber nicht so wirklich in dessen musikalische Fußstapfen treten und fand ihre Passion in der Jazz-, Blues-, Soul- und Country-Music. Norah absolviert schön brav Klavier- und Saxophonunterricht und studiert Jazz-Piano.

Dann ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten anscheinend groß genug, um sich eine Band zu suchen, mit der man ordentlich jamen kann. Dafür macht man es sich in der New Yorker Jazz-Szene bequem, die in dieser Richtung mehr zu bieten hat als gleiche in Texas. Dort angekommen tritt Norah häufiger mit den Menschen von “Wax Poetic” auf, die vorrangig dem Funk frönen. Jesse Harris, Lee Alexander und Dan Rieser werden ihre erste eigene Band, mit der sie Demos für “Blue Note Records” aufnimmt. Im Prinzip DAS Jazz-Label überhaupt.

Norah gefällt und darf 2001 unterschreiben. Was folgt, ist der größte Blues- und Folkerfolg der letzten Jahre. Jeder kennt die Platte “Come Away With Me” (2002), mit der die Dame Grammys und sämtliche Awards weltweit abräumt. Die ruhige Art zu Musizieren lässt ihre Zuhörer träumen. Ein Triumph des Gefühls, des Schwärmens und der sonnigen Fülle eines modernen, weiblichen Blues’. Irgendwie Abseits vom Pop und doch ein Star der Stunde. Ja so war das 2003.

Seit diesem ersten Welterfolg sind 3 weitere Alben mit ähnlich faszinierender Stimmung erschienen. Sie heißen: “Feels Like Home” (2004), “The Little Willies” (2006) und “Not Too Late” (2007).

Anton Windirsch