Manchmal sagt man Sachen einfach gerade heraus. Ohne viel Umschweife und Trara drumrum. ‘Drop It ‘Til It Pops’ agiert ähnlich, stellt dabei aber noch unter Beweis welche Spielfreude die drei Bandmitglieder haben und wie wenig kopflastig man manchmal an die Sachen rangehen kann. Wie erfrischend das doch ist. Direkt großartig!

Auf den Punkt kommen Matthew Smith, Paul Rafferty und Alasdair Smith auch beim Interview schnell. Positioniert an einem Tisch in einer Berliner Jugendherberge offenbaren sie ihre eher ungewöhnlichen Wurzeln und schockieren damit im ersten Moment, denn Bands wie NOFX hätte man nicht unbedingt mit der aus Liverpool stammenden Band Hot Club De Paris in Verbindung gebracht, die durch ihre langen Songtitel, ihren Humor und ihre Spielfreude gepaart mit einer kreativen Herangehensweise überzeugen.

Ihr Debüt ‘Drop It ‘Til It Pops’ besticht durch Schnelligkeit, durch Chorgesang, durch verzwickte kleine Arrangements mit schnellem Taktwechsel und hat beim ersten Hören viel mehr mit The Futureheads als mit all den amerikanischen Punk-Bands gemein: “Es ist Punkrock. Es ist schneller Rock’n’Roll. Wir interessieren uns auch für Hardcore. Alle Bands, mit denen wir groß geworden sind, sind Punkrock-Bands. Black Flag, The Minuteman, NOFX. NOFX sind eine Pop-Band. Sie spielen zwar Punkrock, aber im Grunde genommen ist ihre Musik sehr poppig. NOFX ist eine wichtige Band. Sie haben so viele Kids inspiriert. Es ist eine wichtige Band, auch wenn sie mittlerweile etwas abgedroschen ist. Die Texte von NOFX sind so witzig. Sie sind sehr clever. Mit solcher Musik sind wir aufgewachsen und Bands wie NOFX sind immer noch wichtig für unsere Musik. Wir sind halt nur etwas experimenteller bei der Herangehensweise.”

Was wir ihnen zu Gute halten und uns über Titel wie ‘Names And Names And Names’ oder auch ‘Hello, I Wrote A Song For You Called Welcome To The Jungle’. Dieses Lied ist eine Hommage an Axl Rose von Guns ‘N Roses. Beziehungsweise handelt es von Pauls Umzug aus der heimischen Idylle in das nicht all zu große Liverpool. Hinzufügen möchte Paul aber noch: “Ich bin nicht heroinsüchtig. Was gut ist. Nicht heroinsüchtig zu sein, macht es einfacher, in einer Band zu sein.”

Da hat Paul Rafferty wohl Recht. Wahrscheinlich wäre er dann auch nicht so humorvoll: “Die meisten Texte von uns sind witzig, aber wir sind nicht immer nur witzig. Wir wollen nicht als Spaßköpfe abgestempelt werden. Humor muss immer gleichberechtigt neben dem Herzschmerz stehen. Man kann nicht immer alles mit Humor nehmen. Die Mischung aus beiden Komponenten bestimmt das Leben.”

Text: Tanja Hellmig