Wir geben ihnen eine Stunde und sie nehmen uns mit in ihr Leben. Künstler und ihre Lieblingslieder.

Das MotorFM Ohrspiel jeden Sonntag um 19Uhr, die Wiederholung am Montag um Mitternacht und am Dienstag um 20Uhr.

Diese Woche mit: Okkervil River

Ein bisschen erinnert Will Sheffs Musikkarriere an den Film „Into The Wild“. Geplagt von Zweifeln und auch aus Geldmangel, verkauft er 2004 sein Haus und zieht ins amerikanische Hinterland. Allerdings nicht in die Wildnis, sondern in die Dorfspelunken und Kleinstadtkaschemmen. Fast ein Jahr tourt er nonstop mit seiner Band Okkervil River durch die etwas anderen USA – fernab des kalifornischen Glamours und der intellektuellen Ostküste.
Zu diesem Zeitpunkt haben Okkervil River bereits mehrere Alben veröffentlicht, die zwar einige Fans fanden, große Bekanntheit erlangte die Band damit allerdings nicht. Auf der Tour entstehen zwischen Maisfeldern, Rednecks und Rinderherden die Songs für das Album „Black Sheep Boy“. Der mürrische Folk-Rock und die düsteren Texte erfreuen sich großer Beliebtheit. Erst an den Colleges und Universitäten, dann bei den Musikkritikern.
2007 veröffentlichen Okkervil River „The Stage Names“ und schießen in diesem Jahr „The Stand-Ins“ gleich hinterher. Damit schafft die Band den breiten Durchbruch und kann von ihrer Musik mittlerweile ziemlich gut leben. Will Sheff zum Beispiel hat sich ein Häuschen gegönnt. Und zwar in der amerikanischen Indie-Schaltzentrale Williamsburg in Brooklyn. Welche Musik er dort am liebsten hört, das erfahrt ihr am Sonntag beim MotorFM Ohrspiel mit Will Sheff.

Nächste Woche stöbert hier John Reis alias „Speedo“ in seinen Platten. Das Punk-Rock-Urgestein war 15 Jahre lang der Kopf von „Rocket From The Crypt“ und hat in diesem Jahr mit seiner neuen Band „The Nightmarchers“ ein Album veröffentlicht.