So schnell kann’s gehen. Eine blutjunge Band gewinnt einen Schulbandwettbewerb, spielt ein paar Shows in der Nachbarschaft, schreibt nur zum Spaß einen Knaller wie “This Is A Song About Ping Pong” und plötzlich schauen alle nach Down Under, genauer gesagt zum Surferparadies Gold Coast an der Ostküste Australiens.

Wenige Monate später stehen Amandah (Gesang, Gitarre), Ashley (Bass), Taylor (Violine), Sarah (Keyboard) und Timmy (Schlagzeug) am anderen Ende der Welt mit The Go-Team auf englischen Bühnen und begeistern die Menge mit ihrem frischen Party-Rock. Dabei würden sie in den meisten Clubs, in denen sie bisher gespielt haben, nicht mal ein Bier bekommen. Doch auch wenn den Muttis beim Anblick des 17-jährigen Schlagzeugers Timmy die Milch in die Brust schießt, spielen Operator Please alles andere als Minderjährigen-Rock.

Natürlich mussten sich Operator Please erst einmal in Australien beweisen, bevor sie in die liebe weite Welt geschickt wurden. Anfang 2005 suchte sich Sängerin Amandah einige Mitschüler, um am “Battle of the Bands” ihrer High School teilzunehmen. Ihr Sieg brachte ihnen nur eine große Schachtel Donuts ein, doch die Geburtsstunde von Operator Please war gekommen. In kürzester Zeit erspielten sie sich eine beachtliche Fanbasis, ihr treibender Tischtennis-Song lief auf allen australischen Radiokanälen und in diesem Sommer teilten sie sich die Bühne mit den Arctic Monkeys und den Kaiser Chiefs.

Das war schon verrückt, eigentlich unglaublich”, jauchzt Amandah, während sie im Backstage des Berliner “Rosi’s” unruhig auf und ab wippt. “Wir hatten ein paar kleine Konzerte gespielt und dann kommt diese E-Mail von einem Label; wir dachten, da will uns einer verarschen und haben natürlich nicht geantwortet, doch einige Tage später kam noch eine. Wir konnten es echt nicht glauben.” Die 16- bis 19-jährigen Teens wurden von Virgin unter Vertrag genommen und veröffentlichen im November 2007 ihr erstes Album. “Wir wollen feiern, Spaß haben, neue Leute kennen lernen. Wer hat schon die Chance, in unserem Alter die halbe Welt zu bereisen?! Wir haben jetzt schon mehr Länder gesehen als unsere Eltern zusammen”, grinst Sarah. “Ich meine, gerade war Adam Green unter den Zuschauern. Adam Green hat sich unser Konzert angeschaut. In Australien würde so was nie passieren.”

Adam Green hat die Qualität der Pop-Punk-Teens schon erkannt. Von ihrem wilden Mix, der irgendwo zwischen The Gossip, You Say Party! We Say Die! und den Yeah, Yeah, Yeahs herum springt, werden wir noch einiges zu hören bekommen hören. Versprochen!

Steffen Meyer