Mit ‘Nightcrawler’, seinem ersten Studioalbum seit drei Jahren, setzt sich Rocker Pete Yorn erneut mit seinem Lieblings-Sinnbild auseinander – gemeint ist die Idee, dass ein Tag mit seinen Phasen Morgen-Tag-Nacht den Verlauf eines ganzen Lebens symbolisieren kann. Erstmals wurde diese Metapher 2001 mit seinem in den Staaten mit Gold ausgezeichneten Debütalbum ‘Musicforthemorningafter’ thematisiert und ging dann mit dem 2003er Longplayer ‘Day I Forgot’ in die nächste Runde.

‘Nightcrawler’ enthält nicht nur ein Dutzend brandneuer Songs, sondern ist vielleicht musikalisch gesehen auch das komplexeste Album aus Pete Yorns Diskographie: Besagte Vielschichtigkeit zeigt sich in wirkungsvollen, harmonischen Strukturen und raffinierten Akkord-Tüfteleien, umrahmt von einer textlichen Sensibilität, die zugleich düster und hoffnungsvoll sowie weise und humorvoll ist. „Die Platte hört sich zwar anders an, aber trotzdem wirkt sie auch wie eine Fortsetzung von dem, was ich bisher gemacht habe“, sagt Pete. „Ich habe das Gefühl, dass das Album kreativ gesehen im Ganzen mehr riskiert, und gleichzeitig ist es einfach nur die Musik, die ich machen will. Es gibt zwar viele Popsongs auf dem Album, aber es ist vielleicht nicht ganz so poppig wie mein letztes.“

Wie auf seinen vorigen Longplayern übernimmt Pete Yorn auch auf ‘Nightcrawler’ den Großteil der musikalischen Beiträge selbst: Neben den Vocals und der Programmierung steuert er Akustik- und elektrische Gitarren, den Bass, das Schlagzeug, die Orgel und Percussionsounds bei.

Pete Yorn wurde in New Jersey als Sohn eines Zahnarztes und einer Konzertpianistin, die später zum Lehrfach wechselte, geboren. Im Alter von neun Jahren brachte er sich alleine bei, auf dem Schlagzeug seines älteren Bruders zu spielen und lernte Gitarre mit zwölf. Nachdem Pete 1990 an einer ziemlich denkwürdigen Talent-Show seiner Highschool teilgenommen hatte, begann er zu singen und seine eigenen Texte zu schreiben. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität von Syracuse zog Pete nach Los Angeles, wo er mit seinen Auftritten im Cafe Largo zahlreiche Fans gewinnen konnte. Filmproduzent Bradly Thomas sah zufällig Petes Auftritt und bat ihn, für die Untermalung des Jim-Carrey-Films ‘Me, Myself and Irene’ (2000) ein paar Demos einzusenden. Neben der Verwendung einzelner Songs komponierte Pete Yorn auch die dazugehörige Filmmusik und steuerte in den folgenden Jahren zahlreiche Songs für diverse Film- und TV-Serien-Soundtracks bei.

Seit dem Anfang seiner Karriere konnte Sänger/ Songwriter/ Rocker Pete Yorn von der Kritik eine Menge Lob für sich verbuchen. Der Rolling Stone, der Pete in seiner Rubrik ‘Ten to Watch in 2001’ aufnahm, gab seinem Debütalbum ‘Musicforthemorningafter’ eine erstklassige 4-Sterne-Bewertung und bezeichnete das Album als „atmosphärisch, sanft erleuchtet von Sonnenlicht und Bedauern.” Petes Erstling erreichte am 24. April 2002 in den USA Goldstatus.

‘Day I Forgot’, Petes lang erwartetes Follow-Up zu ‘Musicforthemorningafter’, erschien im April 2003 zur Freude der Kritik und stieg auf einem sensationellen Platz 18 in der Rubrik der 200 meistverkauften Alben in die amerikanischen Billboard-Charts ein.

Mit seinem aktuellen Werk rundet Pete Yorn seine ‘Morgen, Tag, Nacht-Trilogie’ von Sinnbildern ab, die sein fortschreitendes Leben thematisieren: „Es bietet eine Möglichkeit, die Dinge neu zu ordnen. ‘Nightcrawler’ macht deutlich, wo ich jetzt bin, und ich will es unbedingt vor Publikum spielen. Außerdem hat es mir viel Spaß gemacht. Es fühlt sich wie eine Weiterentwicklung von mir als Person an. Die Leute beschweren sich, wenn man sich zu sehr verändert oder wenn man immer auf der Stelle stehen bleibt. Obwohl ich mich mit meinen Wurzeln sehr verbunden fühle und auf dem Teppich geblieben bin, versuche ich nicht, künstlerisch der zu sein, der ich 1996 oder 2000 oder 2003 mal war. Das ist bei mir jeden Tag anders.”

Red Ink