1967 ging ein Ruck durch die britische Untergrund-Szene. Ein psychedelischer Ruck mit Gitarrenriffs von fremden Sonnensystemen, fluoreszierenden Lichtshows, mehrstimmigen Gesang und einer nie da gewesenen Soundlawine. Wenn Pink Floyd zum Konzert luden, konnten selbst John Lennon und Paul McCartney nicht widerstehen. Ihr erstes Album „The Piper at the Gates of Dawn“ war die britische Antwort auf den Psychedelic Rock der „Mothers of Invention“, die Fußnote zu „Sgt. Peppers Lonely Heart Club Band“ und vor allem das Manifest eines musikalischen Ausnahmetalents namens Syd Barrett. Der damalige Hauptsongschreiber und Gitarrist von Pink Floyd konnte sein volles Potential allerdings nie ausschöpfen. Aufgrund seiner Drogensucht wurde er kurz nach Erscheinen des zweiten Albums „A Saucerful of Secrets“ 1968 durch Gitarrist David Gilmour ersetzt, der nun zusammen mit Roger Waters (Bass), Rick Wright (Keys) und Nick Mason (Drums) die klassische Pink Floyd Besetzung bildete. Syd Barrett veröffentlichte noch zwei Solo-Alben und zog sich Anfang der 70er komplett aus dem Musikgeschäft zurück. Die Thematisierung seiner Drogensucht ist Bestandteil vieler späterer Floydsongs.

Die „neuen“ Pink Floyd suchten derweil akribisch nach ihrem eigenen Sound und brachten einige sehr progressive, gleichermaßen von Blues, Jazz und zeitgenössischer klassischer Musik beeinflusste Alben heraus. Beispielhaft zu nennen sind „Atom Heart Mother“ (1970) (mit dem gleichnamigen 23-minütigen Titelstück) und „Meddle“ (1971).
Durch die konsequente Qualität ihrer Veröffentlichungen und die Maßstäbe, die sie in der technischen Musikproduktion setzten, schafften sie mit ihrem 1974er Album „Dark Side of the Moon“ auch den internationalen Durchbruch. Das Album hielt sich ganze 741 Wochen in den US-Billboard-Charts unter den Top 200 und markierte den größten kommerziellen Erfolg für die Gruppe. Stilistisch ist es dem Progressive Rock zuzurechnen. Die Psychedelischen Wogen sind geglättet, die ausufernden Song-Werke bestechen nun mehr durch technische Präzision als durch atmosphärische Klangschichten. Ein Kurs, den die Band beibehalten sollte. Es folgten bis 1980 die überaus erfolgreichen Alben „Wish you where here“ (1975), „Animals“ (1977) und das Konzeptalbum „The Wall“ (1979), welches zum zweitgrößten Erfolg der Band wurde (und zum meistverkauften Doppelalbum der Welt). Danach führten künstlerische Differenzen zwischen den Mitgliedern zur schleichenden Auflösung der klassischen Bandbesetzung, die sich auch negativ auf die Qualität der Veröffentlichungen auswirkten. Die letzten drei Studioalben „The Final Cut“ (1983), „A Momentary Lapse of Reason“ (1987), Division Bell (1994) waren zwar kommerziell äußerst erfolgreich, musikalisch allerdings weit unter dem Niveau der früheren Jahre.

1990 führte Roger Waters mit der Hilfe vieler bekannter Künstler wie den Scorpions, Sinéad O’Connor, Joni Mitchell und Van Morrison das Album „The Wall“ vor dem Brandenburger Tor in Berlin neu auf. Gerade im Zusammenhang mit dem Mauerfall wurde das ambitionierte Projekt weltweit bekannt.
Mitte 2005 traten Pink Floyd im Zuge des von Bob Geldof organisierten Live8-Konzerts noch einmal in klassischer Besetzung (Waters, Gilmour, Wright und Mason) ein letztes Mal auf. Gründungsmitglied Syd Barrett starb 2006 im Alter von 60 Jahren infolge seiner Diabetes. Rick Wright erlag Ende 2008 einem Krebsleiden. Gilmour und Waters touren weiterhin regelmäßig unabhängig voneinander mit Floyd-Kompositionen durch internationale Konzerthallen.

Pink Floyd beeinflussten maßgeblich nachfolgende Musikergenerationen. Von der frühen psychedelischen Phase fühlten sich vor allem deutsche Krautrockbands wie Amon Düül I und II, Ashra Tempel, Tangerine Dream und auch die frühen Kraftwerk inspiriert. Auch spätere Metal- und Industrialbands wie Tool oder Tiamat wurden maßgeblich von ihnen beeinflusst. Ihre Songs wurden unzählige Male gecovert z. B. von Pearl Jam, Nightwish, der Bloodhound Gang, den Foo Fighters, Korn oder den Scissor Sisters. 2007 veröffentlichten die Flaming Lips ihr Album „At War with the Mystics“, das maßgebliche musikalische Zitate und Bezüge zu Alben und zum Sound von Pink Floyd enthält (z. B. im Track „Pompeji am Götterdämmerung“).
Auch haben sich zahlreiche Coverbands gegründet, von denen im Besonderen „The Australian Pink Floyd Show“ mit werkgetreuen Aufführungen überzeugen kann.

Pink Floyd sind:
Syd Barrett (bis 1969)
Roger Waters (bis 1985)
David Gilmour
Richard Wright
Nick Mason

Arne Hirsemann

Pink Floyd – Astronomy Domine (Live 1968)

Pink Floyd – One of these Days (Live at Pompeji 1972)

Pink Floyd – Another Brick in the Wall (Single 1980)