Jeffrey (vocals)
Derek (guitar)
Ryan (guitar)
Geoff Vegas (bass)
Chris (drums)

The Past

Derek: “Zunächst die Fakten: Wir gründeten die Band im Jahre 1997 und meisterten seitdem mehrere Namenswechsel, Umbesetzungen und andere scheinbar unvermeidbare Hürden, die junge Bands überwinden müssen, um zu überleben. Ich glaube, unsere eigentliche Absicht bestand darin, eine Noisecore Emo Band zu sein. Was das auch immer sein mag. Der Gedanke war, etwas Neues und Frisches zu erschaffen. Da wir alle sowohl Fans von Heavy Music als auch von melodischer Musik sind, schien es selbstverständlich, diese beiden Elemente zu verbinden. Nach dieser Erkenntnis hat sich, in Form von Ryan, Chris, Jeffrey und mir, der Kern der Band herauskristallisiert.
Unsere erste Veröffentlichung als Poison The Well war eine CD-EP mit den Namen Distance Only Makes The Heart Grow Fonder. Es waren die ersten Songs, die wir als Band geschrieben haben. Als die Scheibe veröffentlicht wurde, wollten wir einfach nur so oft wie möglich und vor allem regelmäßig touren. Neben unseren Schulstunden versuchten wir, so oft es ging Gigs zu spielen. Nichts hätte uns enger zusammenschweißen können als die ersten Tourneen, bei denen wir nur draufgezahlt, vor 15 Kids gespielt, auf verklebten Fußböden geschlafen, uns jeden Tag vom Tagesmenü im nächsten Schnellrestaurant ernährt haben – es war die mit Abstand schönste Zeit unseres Lebens. Über einen Zeitraum von vier Jahren haben wir uns alles vom Grund auf erarbeitet. Wir haben uns nie auf großen Support-Touren, Labelunterstützung und so ausgeruht. Stattdessen entschieden wir uns, rauszugehen und es auf unsere Art zu versuchen. Bis heute lache ich, wenn mich ein Interviewer fragt: ‘Wie fühlt es sich an, wenn die Band auf einmal in der Hardcoreszene explodiert?’ Wir haben wirklich alles getan, aber explodiert sind wir bestimmt nicht! Ahhhh, wenn sie nur die ganze Geschichte wüssten…
Im Oktober 1999 nahmen wir The Opposite Of December in Pompano, Florida, auf. Drei Wochen nach dem Beginn der Aufnahmen unterschrieben wir bei Trustkill Records, einem Label, das sowohl von uns, als auch von der Hardcore-Szene verehrt und respektiert wurde. Wir fingen an, soviel zu touren, wie es nur ging. Im Sommer 2000 beendeten wir die Highschool und waren bereit die Band als Vollzeitbeschäftigung anzusehen. Das bedeutete den kompletten Verzicht auf sämtliche Sicherheiten, sei es der Arbeitsplatz, die finanzielle Seite oder auch Beziehungen allgemein: Wir waren total aufgedreht. Nichts war aufregender als die Aussicht, 100% unserer Zeit in die Sache zu investieren, die uns am meisten bedeutete.
Genau wie The Opposite Of December eine Weiterentwicklung von der Distance-EP war, wurde Tear From The Red ein weiterer Schritt nach vorne in der Entwicklung unseres Sounds. Musikalisch waren wir genauso ehrgeizig, wie wir es immer waren: Fetter, heavier, melodischer und wütender.
Tear From The Red ist bis jetzt unsere ambitionierteste Platte. Das Album zeigt, dass wir keine Band sind, die ihre Zeit damit vergeudet, stehen zu bleiben, sondern wir sind eine Band, die sich immer weiterentwickelt hat und das auch in Zukunft, immer mit dem Bestreben die bestmöglichen Songs zu schreiben und unseren Sound für uns und für den Zuhörer ständig zu erweitern. Wir schreiben unsere Songs nicht mit Gedanken an Mainstreamerfolg oder Indiecredibility im Hinterkopf. Wir sind nicht hier, um die Welt zu verändern oder dergleichen, wir sind hier damit Ihr unser Album einlegen könnt, euch zurücklehnt, und die Musik genießt, die Ihr gerade hört. Keine Verschwörungen, keine komplizierten Handlungen, kein Bullshit: nur ehrliche Musik, die Ihr immer von uns erwarten könnt. Mit ziemlicher Sicherheit werden wir in diesem oder im nächsten Jahr auch in einer Stadt in Deiner Nähe spielen. Wenn Du Interesse hast, komm vorbei und erlebe die Musik von ihrem Ursprung. Danke fürs Lesen.”


The Present and the Future…

Besser sind die Stärken von Poison The Well kaum in Worte zu fassen. Mit dem neuen Album You Come Before You hat die Band aus Florida konsequent ihren Weg verfolgt und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Ihr Sound ist melodischer geworden, ohne jedoch an Härte zu verlieren, Poison The Well beherrschen das Wechselspiel aus Emotionalität und Aggressivität wie kaum eine andere Band in diesen Tagen. Auch die Songstrukturen sind vielfältiger geworden, man merkt ihnen Einflüsse abseits des Hardcore-Genres deutlich an. Diese Einflüsse bettet die Band so geschickt in ihren Sound ein, dass sie ihrem Stil, der ihnen bereits eine internationale Fangemeinde verschafft hat, treu geblieben sind. Mit You Come Before You, ihrem Debüt für Atlantic Records, werden Poison The Well auch ein Publikum außerhalb der Hardcore-Szene erreichen.
Die Aufnahmen zu You Come Before You fanden vom Januar bis April 2003 in den Tonteknik Studios in Umea, Schweden, und den Sound City Studios in Los Angeles statt. An den Reglern erwies sich das schwedische Produzententeam Pelle Henricsson und Eskil Lovstrom (Refused, Hell Is For Heroes…) als wahrer Glücksgriff. Laut Gitarrist Derek ist die Band trotz der neuen Umgebung ihrem Stil und ihrer Herangehensweise bei den Aufnahmen zum Album treu geblieben und hat “sich den Arsch aufgerissen, um eine ehrliche Platte aufzunehmen”. – “Es ging nur um uns fünf, wie wir Spaß haben und uns in unserer Musik ausdrücken”, beteuert er.

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