Es ist ja schon viel geschrieben worden über Polarkreis 18: Das neue Album, die Charts, der ganze Hype und „Allein, allein“. Nun also die Tour.

Es fängt schon mit einem großen Knall an. Die Bühne ist in blau getaucht. Bumm Bumm. Zwei Trommelschläge. Und da stehen sie dann. Weiß wie immer. Und legen los. Nichts mehr mit kleiner süßer Indiekellershow. Hier wird pompös gepost. Sänger Felix singt höchst emotional feminine Töne ins Mikrofon, die anderen hauen auf die Instrumente, ein weißer Kapuzenmann wackelt im Takt mit dem Kopf.

Das Publikum ist begeistert. Und mindestens genauso sehenswert wie die Band. Eltern mit ihren Töchtern, Fußballproleten und gestylte Indiejungs, aufgetakelte Tussis und bebrillte Rollkragenträger stehen hier vereint und schreien: „Allein, allein“. Überraschenderweise werden auch die Hits des ersten Albums bejubelt. Man hat sich wohl informiert.

Die Band selbst meistert die große Show sehr professionell. Wippen ihre Oberkörper im Takt, schmeißen sich fast auf den Boden vor lauter besungener Sehnsucht und sehen schon gut aus, da oben. Auch wenn Felix mit Geschichten über seine Eltern, die ihn beim Kaffeetrinken ausfragen, unfreiwillig komisch wirkt vor dieser Masse. Musikalisch erinnern sie an vieles, Interpol, Radiohead und Coldplay. Hauptsache groß und voller Rumgeheule.

Nach all der Übertreibung in Konzertform ist das Starsein für die Dresdner längst noch nicht vorbei. Brav stehen die Chartsanführer am Merch-Stand und unterschreiben Platten und vorgefertigte Autogrammkarten. Einer wünscht sich die Signatur „Für ebay“. Er hat das Prinzip verstanden.