Was haben sich nicht sämtliche Medienvertreter so ihre Gedanken gemacht über den gewackten Schritt Oliver Pocher zusammen mit Comedy Altmeister Harald Schmidt eine Sendung moderieren zu lassen. Auch ich war sehr gespannt wie der Zusammenprall der Comedygenerationen funktionieren sollte.

Hinterher ist man immer schlauer. Die Sendung war schlecht, aber so richtig. Immerhin 2,30 Mio Deutsche schalteten interessiert gestern Abend die Sendung ein, in der so ziemlich alles schief ging. Schmidt und Pocher wirkten äußerst unabgestimmt, was aber bei einer Premiere durchaus vorkommen kann. Da wurden reihenweise Pointen versemmelt und auch die Kurt Beck Einspieler sorgten nicht für die nötigen Lacher. Geschmacklos zudem die unglaublich abgedroschenen Naziwitze der beiden. Pocher wirkte stark verunsichert und konnte auch mit seinen üblichen Parodien von Oliver Kahn und Lukas Podolski nicht punkten. Auch die vorproduzierten Programmpunkte wie das große Promipilgern wirkten wie der verzweifelte Versuch lustig zu sein.

Wirkliche Abwechslung brachte nur der viel zu kurze Besuch von Günther Jauch. Denn wer hätte ihm schon eine so gekonnte Parodie eines seiner Gäste zugetraut? Als die Show gerade wieder an Fahrt aufgenommen hatte, war die Sendezeit auch schon zu Ende und Schmidt entschuldigte sich, dass noch nicht alles so glatt gelaufen sei.

Bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Sendungen ein besserer Spannungsbogen aufgezogen wird und die Gags nicht immer in die gleiche Kerbe hauen. Denn noch so ein ausgelaugtes Format wie TV Total braucht Deutschland wirklich nicht. Schon gar nicht bei der ARD.