Blöd, wenn auf einer Party alle gut drauf sind, nur eine/r sitzt in der Ecke und heult. Liebeskummer, Eltern gerade getrennt oder was ins Auge bekommen – man kennt das ja. Genau so muss sich John Grönlund von Willowtree auf Konzerten seiner eigenen Band fühlen.

Sänger Joel Ekelöf erklärt, warum: “Wenn John Lieder schreibt, empfinde ich sie immer sehr fröhlich, sie machen mich glücklich. Die Leute, die unsere Musik hören, denken genauso. Nur John nicht. Für ihn sind seine Songs düster. Deshalb ist er immer traurig, wenn alle anderen feiern…”  Und zu Feiern haben Willowtree dieser Tage eine Menge: Ihr zweites Album ‘What A Way To Go!’ erscheint am 11. August und eine ausgeprägte Tour steht an.

Als eine weitere schwedische Band haben sie natürlich einen Bonus: “Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir hätten keinen. Leute werden schneller auf uns aufmerksam, wenn sie erfahren, woher wir kommen. Aber das ist auch gut so, in Stockholm haben wir zwar eine gute Musikszene, aber nur einen Club, in dem auch Konzerte stattfinden. Wir müssen raus aus Schweden, um spielen zu können!”

Bei diesen Gelegenheiten und auch beim Anhören des Albums darf man sich auf melodie-starke Songs freuen. Diese melodiöse Seite der Band ist allerdings Stärke und Schwäche zugleich, denn “in Schweden sind wir nicht sehr beliebt. Wir haben so viele Melodien, dass unsere Musik fast kitschig klingt. Viele Leute stellen deswegen die Musik schnell wieder ab. Aber was soll’s, unsere Musik kommt von Herzen”.  Dabei erreichen Willowtree zwar nie die Klasse der Shout Out Louds oder von Mando Diao, mit denen sie den Produzenten Ronald Bood teilen, aber “das ist nicht unser letztes Album, es ist eher ein Teaser, für das was da noch kommt”.

Das was bisher war, ist Folgendes: Bandgründung im Jahr 1998, viele gewonnene Bandwettbewerbe, Plattenvertrag. Doch was so perfekt klingt, hat auch seine Gründe. Willowtree beanspruchen für sich die Fähigkeit, während ihrer Konzerte “Leute für uns gewinnen zu können. Oft fangen wir beispielsweise auf Festivals an, zu spielen, und der Platz vor der Bühne ist leer, doch während des Konzerts kommen immer eine Menge Leute zu uns”. Und die feiern dann so, dass selbst John am Ende glücklich ist.

Text: Caroline Keller