Der Däne Patrick Rasemussen verschreibt sich nicht nur einem Genre, auf einer variierenden Basis behält er aber seinen Stil bei. Als Raz Ohara produziert er sein Debüt „Realtime Voyer“, das 1999 auf Kitty-Yo erscheint. Anfangs wird die Öffentlichkeit durch das darauf enthaltene Pixies-Cover „Where Is My Mind“ auf ihn aufmerksam. Er selbst bezeichnet dieses Lied als „stupid popshit“, woran bereits klar wird, dass in der Kunst nicht alles nachvollziehbar, und somit der Künstler selbst nicht zu durchschauen ist. Gegenüber dem Publikum gibt er sich oft introvertiert; Berichte über abgebrochene Konzerte oder Entschuldigungen für vermeintlich schlechte Darbietungen fallen oft in einem Satz mit seinem Namen. Seiner Kreativität tut dies keinen Abbruch und so enthält „Realtime Voyer“ ausgefeilte elektronische Stücke mit Elementen aus 2-Step, minimal Techno, Trip- und Hip Hop, Funk und klassischem Pop. Eine Vielzahl an interessanten, dezent platzierten Samples rankt sich um den zaghaften, souligen Gesang – oft nur einem Hauch von Stimme, der dem Musiker vergleiche mit Prince und Nick Drake eingebracht hat. Das Album schwankt zwischen Clubtauglichkeit und entspannter R’n’B Balladenatmosphäre, umso überraschender ist sein zweites Kittie-Yo Release „The Last Legend“ im März 2001. Dominiert von ruhigem Gesang und Gitarre will dieses Album so gar nicht an den Vorgänger anknüpfen. 6 Monate Arbeit in Markus Waibels Studio in Berlin ergeben ein Singer/Songwriter-Album, das von Gitarre und Gesang dominiert wird. Elektronischen Spielereien, atmosphärischen Effekte und Overdubs sorgen weiterhin für einen ausgefallenen Sound, von Tanzlaune ist bei diesem Album nicht mehr viel zu spüren, dafür um so mehr von Ausdruck und Emotion. Von da an taucht seine Stimme auf zahlreichen Produktionen auf, die über namhafte Labels wie Kanzleramt, BPitch Control, Shitkatapult oder Wagram veröffentlicht werden.

Markus Wypior