Wenn gestandene Musiker zusammen kommen gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Entweder die gewachsenen Ansichten über Musik prahlen unvereinbar aufeinander und man trennt sich. Im besten Fall friedlich ohne zerschlagenes Studioinventar, aber auch ohne Ergebnis, oder man findet zusammen und schafft es ein schönes Stück Musik zu kreieren. Letzteres passierte bei der Hardcore-Supergroup Rival Schools.

Die New Yorker Gitarren-Ikone Walter Schreifels machte sich schon seit Beginn der 80er Jahre in der Hardcore Szene einen Namen. Mit Bands wie Gorilla Biscuits und Quicksand prägte er entscheidend das Genre. 2001 begann Schreifels ein Experiment: Verschiedene Bands der Hardcore-Szene sollten sich vermischen um eine Reihe von EPs aufzunehmen. Er selbst spielte mit Ex-Gorilla Biscuits Sammy Siegler an den Drums. Der Basser Cache Tolman war Walter aus der Zusammenarbeit mit CIV bekannt und Gitarrist Ian Love war ebenfalls schon ein gestandener New Yorker Hardcorer bevor er zu Schreifels Kombo stieß. Das Einzige, was dem Projekt noch fehlte, war ein tauglicher Name. Das japanische Arcade-Spiel „Rival Schools“ schien als Pate ganz passabel. Mit allem was eine Band braucht, konnte nun gerockt werden. Im Juli 2001 gibt es erste Ergebnis dieses Experiments. Die EP Rival Schools United by Onlinedrawing erschien auf Schreifels Label Some Records. Stilistisch geht Schreifels bei den Rival Schools neue Wege und räumt Melodien und Gesang mehr Platz in den Songs ein. Offensichtlich gefiel das auch seinen Mitstreitern ausgesprochen gut und es wurde munter weiter aufgenommen. Im August folgte der gefeierte Langspieler„United by Fate“. Die Single-Auskoppelungen „Used for Glue“ und „The Good Times“ liefen bei MTV und anderen Sender auf Heavy Rotation. Auf der Bühne zeigen die alten Hardcore-Helden auch gerne, dass sie keine Studio-Retorten-Band sind. Das spricht sich schnell herum und Rival Schools werden ins Vorprogramm von As Tour durch Europa und die USA gebucht.

Bevor es aber so richtig los gehen kann, ist es mit den Rival Schools auch schon wieder vorbei. Ian Love steigt nach der Tour aus, um sich seinem neuen Bandprojekt Cardia zu widmen. Die folgenden Jahre ist es still um die Rival Schools. Alle Bandmitglieder sind in anderen Projekten voll beschäftigt. Das ambitionierte Projekt wird in den meisten Köpfen, als kurzer, gut gemeinter Versuch, begraben. Allen Unkenrufen zum Trotz schafft es Schreifels 2008 die Band, für eine Reihe von Konzerten, wieder zusammen zu führen. Wie das eben immer so ist mit den Totgesagten.

Rival Schools sind:
Walter Schreifels – Gesang & Gitarre
Ian Love – Gitarre
Sammy Siegler – Drums
Cache Tolman – Bass

Sebastian Koch