Was tun, wenn man in der Band spielt, die einzig und allein mit ihrem Frontmann fast stündlich für Aufregung sorgt, sogar Großmutter X sie deswegen kennt und man selbst allein in der zweiten Reihe, am Schlagzeug, in Vergessenheit gerät. Wenn der übergroße Frontmann ein ums andere Mal nicht zu den Proben erscheint und man im Hintergrund treibende Kraft ist, die versucht alles zusammenzuhalten?

Sich selbst verwirklichen. Wie? Indem man den kreativen Überschuss einfach in ein Soloprojekt packt. So wie Adam Ficek der Babyshambles. Während Pete Dohertys Leben nicht weniger aufregend wird, zieht der sich 2007 in jeder freien Minute ins stille Studiokämmerchen zurück, um an Solowerken zu arbeiten. Genug der altenglischen Lobpreisungen und Guerilla-Gig-Stimmung. Genug der drogengeschwängerten Indierock-Eskapaden. Hello Indiepop.

Adam Ficek bastelt unter dem Pseudonym Roses Kings Castles folkige Popnummern zwischen Belle & Sebastian und Syd Barrett. Lockflockiges Gegengewicht zu den Babyshambles also.
Die erste Single „Sparkling Bootz“ wird von den Kritikern positiv aufgenommen und die Frage, ob die Welt Musik des Babyshambles-Drummers braucht, lautstark mit „ja“ beantwortet. Zumindest mit „yes“. Nach den Liebesbekundungen der englischen Presse folgt im September 2008 mit „Entroubled“ eine weitere Singleauskoppelung, bevor am 22.09. das selbstbetitelte Debütalbum erscheint.

Vivien Mierzkalla