Für alle die es noch nicht wissen: Sekuoia macht großartige Musik. Seit ich den jungen Producer auf dem SPOT-Festival in Dänemark gesehen habe, bin ich überzeugter Fan. Deshalb war ich doppelt gespannt auf das Interview, und ja, Sekuoia aka Patrick Alexander Bech-Madsen aus Copenhagen ist ziemlich relaxed, so wie die Musik eben. Und mir schien es auch fast das prägnanteste Interview gewesen zu sein, das ich jemals geführt habe. Ein netter junger Mann, der Patrick.

motor.de: Was bevorzugst du eigentlich – Live spielen oder im Studio sein?

 

Ich habe dieses Jahr ziemlich viel Live gespielt. Finde das natürlich super, aber ich liebe es auch einfach im Studio zu sein. So habe ich auch angefangen Musik zu machen. Das wahre Feedback bekommt man aber eigentlich erst, wenn man einen Track zum ersten Mal Live spielt.

 

Dein Live-Set ist auch sehr visuell. Was inspiriert dich dazu?

 

Naja, vor allem brauche ich visuelle Elemente um eine Dynamik entstehen zu lassen. Gerade sind die Visuals hinter mir nicht wirklich synchron zu meiner Musik – ich lasse das Video einfach abspielen. Aber daran werde ich definitiv arbeiten und mich besser auf Live-Sets vorbereiten. Es wäre schon cool wenn Musik und Visuals perfekt zueinander passen.

 

In dem Statement für dein Video zu “Somewhere” heißt es, dass viele Leute deine Musik mit Bildern in Verbindung bringen. Hat das auch für dich beim Song schreiben eine Bedeutung?

 

Ich weiß nicht… wenn dann sind es sehr abstrakte Bilder. Viel mehr greife ich Gefühle auf, Stimmungen oder sogar Farben. Ich kann Tram fahren und der Ausblick kreiert eine Atmosphäre, die ich einfangen möchte. Es sind viele Dinge die da zusammenspielen.

 

Auch andere Bands?

 

Also, als ich mit Musik angefangen habe, habe ich ständig Trentemøller gehört. Ok, eigentlich mache ich wegen dieser Band überhaupt Musik. Ich dachte mir immer: “Cool, sowas will ich auch machen.” Dazu gehören auch Flying Lotus, Mount Kimbie, und all diese Bands… Und derzeit höre ich auch viel Psych-Rock. Das Video zu meinem Song “Somewhere” wurde von Yoshi Sodeoka gemacht, der auch mit Bands wie Tame Impala zusammengearbeitet hat. Tame Impala finde ich großartig.

 

Du bist verdammt jung. Was machst du eigentlich neben der Musik?

 

(lacht) Ich habe mal studiert. Für ein Jahr oder so. Global Business Informatics. Es war aber echt nicht mein Ding. Gerade konzentriere ich mich eben auf das Musik machen. Hier in Dänemark ist man ziemlich privilegiert als Student. Man bekommt Geld vom Staat und so weiter. Daher werde ich das bald mal wieder aufgreifen.

 

Mit deiner Musik geht es ja gerade ziemlich bergauf. Würde es dich auch irgendwo anders hinverschlagen? In die Staaten vielleicht?

 

Los Angeles. Also ich weiß nicht, ob ich dort wohnen könnte, aber für einige Zeit würde ich definitiv hinziehen wollen. Da gibt es jede Menge Leute die Musik machen – und das Klima ist natürlich viel wärmer als hier. Aber um ehrlich zu sein reizen mich auch Berlin, Amsterdam, Wien… und Copenhagen.

 

Photo Credit: Stephanie Stål