Fragt man Kritiker oder Musikversessene, welcher deutschen Band eine rosige Zukunft blüht, dann wird sicherlich der Löwenanteil den Namen The Robocop Kraus nennen. Und dabei geht es nicht nur alleine um nationale Perspektiven. Bezüglich den Robos heißt es global denken. In diesen Tagen erscheint nun also ‘They Think They Are The Robocop Kraus’. Und so wie sich das vierte Studioalbum der fünf Nürnberger anhört, wird die Zukunft wirklich dieser Gruppe gehören.

Nicht nur dank der Tatsache, dass mit Pelle Gunnerfeldt (u.a. The Hives, The (International) Noise Conspiracy) ein renommierter Produzent hinter den Reglern saß, sondern auch auf Grund der Schützenhilfe vom Punkrock-Label ‘Epitaph’. Denn über dieses wird von nun an der weltweite Verkauf der Platte betreut. Somit sind The Robocop Kraus übrigens die zweite deutsche Band nach den Beatsteaks, die den Sprung auf das Label von Bad Religion-Gitarrist Brett Gurewitz geschafft haben. Qualität setzt sich am Ende dann doch immer durch. Und wo die Beatsteaks heute stehen, muss ja wohl nicht erwähnt werden.

Dabei war es für The Robocop Kraus nie wirklich oberste Priorität, in aller Munde zu sein. Sänger Thomas Lang erinnert sich: “Bis vor unserer letzten Platte hatten wir uns sogar geweigert, den bekannteren deutschen Musikzeitschriften Interviews zu geben. Leute von Plattenfirmen kapieren manchmal nicht, dass man keine Platten über Presse verkauft und es egal ist, ob du überall drin stehst. Deswegen ist auch kein Zwang da, dass wir jetzt alles mitnehmen. Unser deutsches Label ‘Lado’ hätte das natürlich schon gerne, aber wir sagen denen dann oftmals einfach nein, weil es nicht sein muss. Wir spielen dafür lieber ein Konzert mehr. Für uns hat es immer über live spielen funktioniert, und das kann ich auch allen anderen Musikern raten. Versucht, gut live zu spielen!”

Die Wurzeln des fränkischen Quintetts liegen bekanntermaßen im Hardcore und der DIY-Punk-Szene. Mit deutlich hörbaren Talking Heads-, XTC- und Devo-Einflüssen driftet “They Think…” allerdings ein Stück weit von den musikalischen Anfängen ab. “Nenn es ruhig Pop im positiven Sinne. Man kann es ja so und so sehen, aber Pop ist für viele auch ein negativer Begriff. Für alle, die zum Beispiel, die eher Punk und Underground sozialisiert sind. Aber es kann auch ein positiver Begriff sein, in dem Sinne, dass es nicht nur für eine Gruppe von Leuten ist, sondern dass dazu mehrere einen Zugang finden. Es muss natürlich irgendwie gut und intelligent klingen. Wir hoffen, dass wir Pop in diesem Sinne machen”, beschreibt der Frontmann die eigene Musik und weiter: “Wir versuchen sozusagen den Spagat zwischen DIY-Punkrock-Shows und größeren Festivals und wünschen uns, dass wir auch die Leute damit überzeugen können, die sonst nur Hardcore-Shows besuchen”. Dazu Markus Steckert, der Mann an den Tasten: “Punk reduziert sich ja nicht alleine auf Musik. Es geht um die Herangehensweise, wie man mit den unterschiedlichsten Dingen umgeht. Darauf bezogen sind wir nach wie vor im Punk verwurzelt. Wir wollen uns eben musikalisch weiterentwickeln und keine Grenzen setzen. Wo hört da also Punk auf?”

Warum das Werk auf seinen Namen getauft wurde, kann zum einen auf das Wortspiel mit der kurz vor dem Album zu erscheinenden Robocop Kraus-EP ‘Who Do They Think They Are?’ zurückgeführt werden. Offensichtlich. Zum anderen liefert Thomas den Auslöser für die Idee dahinter: “Wir hatten ein Buch gefunden, in dem Country-Plattencover abgebildete waren. Ein Cover aus dem Jahr 1971 zeigte einen Typen, der eine Art Country-Komiker war. Keine Ahnung, wie sein Name ist. Jedenfalls hieß seine Platte ‘He Thinks He Is…’ und er war auf dem Cover der Scheibe als Napoleon verkleidet zu sehen. Das fanden wir einfach super!” So super, wir ihr ‘They Think…’ finden werdet. Wetten?

Text: Manuel Möglich