Metronomy hat den musikalischen Minimalismus perfektioniert. Unter Beweis stellt die britische Popband das auch wieder auf ihrem neuen Album „Small World“, das heute erscheint. Dabei zeigt sich die Band so melancholisch wie noch nie zuvor.

Joe Mount startete das Projekt Metronomy 2008 mit dem Album „Nights Out“. Der Sound kam damals nur aus drei Gitarren und billigen Synthesizern. Seitdem hat sich viel getan. Nach ihrem Durchbruch 2011 mit dem genialen Album „English Rivieria“ ist die Band in der öffentlichen Wahrnehmung etwas verschwunden. Wer nicht dran geblieben war, verpasste jedoch eine spannende Entwicklung: Metronomy wurde immer besser.

Drei Jahre nun nach dem Album „Metronomy Forever“, das schon eine etwas düsterere Richtung anklingen ließ, als noch der Vorgänger, kommt jetzt „Small World“. Entstanden sind die Aufnahmen mitten im Pandemieausbruch 2020. Nun möchte man dem Coronavirus nicht allzu viel kreativen Einfluss zugestehen, jedoch bleibt dieser Eindruck beim Blick auf die ersten Titel von „Small World“ nicht aus. „Life and Death“ heißt die Eröffnung des Albums. Es geht um die Vergänglichkeit der Dinge und der Frage danach, was bleibt. Dieses schwere Thema wird typisch für die Band mit simplen Mitteln ausgeschmückt. Ein Beat aus dem Drumcomputer trifft auf eine einfache Klaviermelodie – die Komfortzone von Joe Mount. Metronomy waren schon immer Meister darin, mit einfachsten Mitteln den Zuhörer zu begeistern, ohne dabei etwas vermissen zu lassen.

Als Wiedergutmachung für den schweren Anfang folgt dann direkt „Things will be fine“. Die Abwechslung zwischen nachdenklichen Stücken und musikalischen Schulterklopfen ist ein Thema, das sich komplett durch „Small World“ zieht. Auch auf die Ballade „I lost my mind“ folgt dann mit „Right on Time“ direkt der Song mit dem größten Hitpotenzial.

Die beiden heimlichen Höhepunkte des Albums hat sich die Band allerdings für den Schluss aufgehoben: „Hold me tonight“ und „I have seen enough“ bringen alle Stärken des Albums und Metronomys zusammen: Große Themen, naive und verspielte Texte sowie eingängige Melodien.

„Small World“ hat stets einen melancholischen Unterton, der die Nostalgie und Sehnsucht nach vergangenen Zeiten und Orten zelebriert. Der Band gelingt dies, ohne in Selbstmitleid zu verfallen. Stattdessen gibt es wunderschöne und durchdachte Kompositionen, die Hoffnung machen und die Schönheit des Lebens feiern.

Im März* kommen Metronomy auf Tour auch nach Deutschland. Hier könnt ihr Metronomy folgen: Website // Instagram // Spotify // TikTok // Facebook

*Anmerkung der Redaktion: Die Tour wurde auf August verschoben.