Wie so viele Bands beginnt auch Station 17 als Projekt. In diesem Falle in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg. 1988 entsteht in der Wohngruppe 17 des Behinderten-Wohnheims die Idee, eine Band aus “behinderten” und “nicht behinderten” Mitgliedern zu gründen.

Ideengeber Kay Boysen plant zunächst nur ein Album aufzunehmen. Mit dem Label Phonogram und dem Verlag Freibank findet er Partner mit unternehmerischen Know How. Holger Czukay (Can), F M Einheit (Die Einstürzenden Neubauten), Thomas Fehlmann (u.a. The Orb, Palais Schaumburg) und Michael Rother (Neu) bis zu Markus Großkopf (Helloween) und die Toten Hosen lassen sich für die Idee begeistern und werden Station 17-Produzenten der ersten Stunde.

Zweigespanne aus Künstlern und Heimbewohnern produzieren jeweils einen Song. Unterschiedliche musikalische Vorlieben und Herangehensweisen lassen ein Album enstehen, das von Heavy Metal bis Elektro reicht. Das Debüt “Station 17” wird 1991 veröffentlicht. Die hohe öffentliche Resonanz schlägt sich allerdings nicht in den Verkaufszahlen nieder.

Die Produktionsweise von Holger Czukay, die Improvisation, bewehrt sich in den folgenden Jahren als am produktivsten. Aus einem Mix aus Improvisation aller Mitglieder und Computertechnik erwächst 1993 die zweite Scheibe “Genau So”. “Station 17 – Der Film ensteht auf der Tour zu diesem Album und wird in den Programm-Kinos der Republik gezeigt.

Das Album “Scheibe” 1997 und der Nachfolger “Bravo” 1999 ebenen Station 17 endgültig den Weg ins Musikgeschäft. Die Agentur “True School” verdingt sich als Managment, die Musikpresse wir aufmerksam und es folgen Konzerte auf dem Hurricane Festival oder der Berliner Volksbühne.

Nach einem weiteren Remix Album “Hitparade” im Jahr 2001 steht Staiton 17 vor einem Umbruch. Das Bandkollektiv wächst stetig an, Menschen mit Behinderung aus der ganzen Republik bewerben sich bei Station 17. Die Lösung heißt “Barner 16”. In der Barnerstraße 16 in Hamburg Altona enstehen 2003 in einem Mehrzweckbau Proberäume, Studio, Ateliers und Labelbüros. Sie geben die nötige Infrastruktur für neue Nebenprojekte.

Mit 17rec ruft Kay Boysen ein projekteigenes Label ins Leben. Auf diesem erscheint 2006, sieben Jahre nach dem letzten Album, eine neue Station 17 Scheibe. “Genial sinnverstellte Textfragmente treffen auf elektronische Musik zur Zeit”, so die Beschreibung des Labels zu “Musikprofessor”. Zwei Jahre später, pünktlich zum 20 jährigen Bestehen der Band, gibt es das Geburtstagsrelease “Goldstein Varaiationen”. Die Songs enstanden bei jeweils eintägigen Sessions der gehandicapten Musiker mit bekannten Künstlern wie Fettes Brot, Krautrock Ikone Michael Rother (Neu!), Stereo Total, The Robocop Kraus, Ted Gaier (Die Goldenen Zitronen) oder Melissa Logan (Chicks On Speed).

Station 17 sind:
Birgit Hohnen – Vocal
Philipp Riedel – Vocal
Dennis Seidel – Vocal
Hoss Becker – Vocal, Guitar
Andy Lehrke – Vocal
Sebastian Stuber – Keys, Vocal
Felix “Ernesto” Schnettler – Guitar
Marc Huntenburg – Vocal, Guitar, Harmonica
Christian Fleck – Laptop, Keys
Peter Tiedeken – Guitar, Drums
Torben Leske – Guitar
Florian Busche – Bass
Tobias Bade – Drums