So ganz neu ist die Sache mit den einheitlichen Nachnamen nicht. Die Ramones zum Beispiel erdachten sich diesen Gag mit dem vorgetäuschten Verwandtschaftsverhältnis schon vor über 30 Jahren. Dementsprechend mäßig fällt die Überraschung bei der Betrachtung der Truppe um Ober-Ming Boris aus, die allesamt auf den gleichen geschichtsträchtigen Nachnamen hören. Interessant sind da schon eher die Vornamensanpassungen, Ring A Ding oder auch Big Brown Buffalo. Mit Ming dahinter bekommt das Ganze dann doch wieder Witz und Charme. Chikinki-Fans dürfte Ming in Verbindung mit Boris nicht ganz unbekannt sein, gibt es doch in deren Reihen einen horn-bebrillten Keyboarder mit exakt diesem Namen. Bei The Precious Ming handelt es sich, man kann es sich an dieser Stelle fast schon denken, um dessen Nebenprojekt. 

2005 fängt Boris Ming an, sich mit einer losen Schar an Musikern zu treffen. Man trinkt Tee und musiziert ein wenig nebenher. Das Resultat wird 2007 online gestellt und von The Precious Mings als Pop/Pop/Pop oder auch Zahnpasta mit Regenbogengeschmack bezeichnet. Manch Anderer würde vielleicht auch die Hauptband Chikinki bemühen, wieder Andere vertrackten japanischen Pop und noch Andere würden vielleicht auf das Genre Düstersynthpop zurückgreifen wollen, um die Londoner zu beschreiben. 2008 werden The Precious Mings von Weekender Records gesignt und die Arbeit von fast drei Jahren unter dem Titel „Every Time I Sell A Record A Kitten Dies” veröffentlicht. 

The Precious Mings sind:
Boris Ming – Gesan, Keyboard
Manfred Ming – Akoustik Gitarre und Drum 
Bing Ming – Synthies
Big Browne Buffalo Ming – Bass und Gitarre
Rind A. Ding Ming – Gitarre 
Morris Ming – Akoustik Gitarre
Timothy Ming – Saxophon ming 
Edmund Swinburn Ming – Saxophon
Alexander Ming – Saxophon 
George Bradley Ming – Percussion 
Med Ming – Stampfen 
Clara Rock Ming – Recording

Anna-Christin Voigt