Ihre Geschichte ist noch sehr kurz, dafür ist sie schnell erzählt: Sie sind jung, sind nach derzeitigen Club-Maßstäben extrem gut gekleidet und wissen sehr gut, was sie tun. The Blackout aus dem südlichen Wales nennen was sie spielen Post-Hardcore, aber das klingt böser, als sie sind. Die sechs Jungs spielen gängige Hooklines und gerade Grooves mit verzerrten Gitarren. Allenfalls die Geschrei-Einlagen über den Refrains und der eher Hardcore-typisch glatt abgemischte Sound der Platte “We Are the Dynamite” rechtfertige dieses Etikett. Nach dem Ende 2006 veröffentlichten, einprägsam betitelten Debut “The Blackout! The Blackout! The Blackout!”, repräsentiert die aktuelle Platte den logischen Fortschritt der Band, hin zu einerm eigenen, modernen und präzisen Sound. Auf der Bühne haben sie in ihrer kurzen Bestandszeit bereits eindrucksvolle Erfahrung gesammelt im Programm gemeinsam mit den Lostprophets, Funeral for a Friend, The Used, Dredg, Reel Big Fish oder The Automatic. Früher hätte man The Blackouts’ Sound wahrscheinlich einfach nur Rockmusik genannt, denn unter den basslastig verzerrten Gitarrenwänden, der präzise kickenden Bassdrum und den zeitgenössisch leichten Emocore Gesangsparts verbirgt sich ein simples und seit Jahren gut gehendes Konzept: einfach strukturiete und gut geschriebene Mitgröhl-Songs. Und das Photoshop-geglättete Pin-Up Girl auf dem Cover gibt es so oder ähnlich auch schon, seit Gitarren elektrisch sind. Altbewährtes gut gemachtes Handwerk eben.

Samuel Jackisch